Nature - Pain Killer

SnoopFrog
Cover:


Release-Date:
18. November 2008

Label:
Beast Music

Wertung: (3.5 Mics von 5)


Tracklist:
01. Intro
02. Live Wire
03. Nobody Else But Me
04. Gotta Get It
05. Cold Blooded Killer - (feat. N.O.R.E. & Prodigy)
06. Everyday
07. Ya Homie
08. Small Talk
09. The Sermon
10. Flashback Freestyle - (feat. Doo Wop & Scram Jones)
11. Overnight Affair
12. Thought I Told You - (feat. Prodigy & Kool G Rap)
13. Public Enemy #1
14. One Shot
15. Never Slip
16. Runnin' Out Of Time
17. The Countdown

Review:
Sechs volle Jahre ist es her, dass Nature seinen letzten Longplayer veröffentlichte. Schon damals gehörten "For All Seasons" und "Wild Gremlinz" zu den weniger beachteten Alben im Rap-Zirkus. Auch in der Supergruppe The Firm stellte Nature den unauffälligen Vierten dar. Und weshalb? Denn Nature hat zwar keine markante Stimme und auch nicht die Präsenz eines Nas, doch trotzdem mehr als einen soliden Flow. Voraussetzungen, die vielen Rappern mitgegeben wurden. Nachdem es in letzter Zeit auch nur wenige Feature-Auftritte gab, springt Nature nun bei Scram Jones' Label auf und veröffentlicht "Pain Killer".

Bei dem Cover und den Gästen mag allerdings keine all zu große Lust aufkommen: hier sieht alles viel zu sehr nach vollkommen langweiliger Ostküstenfließbandware aus. Doch glücklicherweise kommt es auch noch heutzutage vor, dass man positiv überrascht wird. In "Live Wire" verpasst einem Nature mit einem erstklassigen Brecher einen Schock, der einen im Sessel hochfahren lässt - nur um nach diesem Representer gleich im Anschluss eine Kehrtwende zu machen und mit "Nobody Else But Me" eine relaxte Hymne zu servieren, die den Sonnenschein mit Löffeln gefressen hat. Das hätte sicherlich niemand erwartet. Das ganze Album zeichnet sich durch eine erstaunliche Sound-Vielfalt aus, während Nature seine Straßenreime schlafwandlerisch sicher herunterflowt. Ebenso erstaunlich, dass die Kollaborationen mit den weitaus bekannteren Nachbarn die schlechtesten Tracks markieren. Das blechern klimpernde "Thought I Told You" beispielsweise wirkt wie der warnende Fingerzeig in die fatale Richtung, die einige Hörer wohl auch hier auf Albumlänge erwartet hatten. Da hilft auch kein G Rap und erst recht kein "G Unit"-Slogans plappernder Prodigy. Doch bei 16 Tracks lässt sich ein solcher Aussetzer verkraften. Wenn Nature seinen Hintern nämlich in den Club schwingt, um nach einer "Overnight Affair" zu suchen, läuft der Laden (entgegen des platten und ausgetretenen Themas, zu dem, aus welchem Grund auch immer, pro Album ein Track anzutreffen ist) wieder. Sogar wenn in "Ya Homie" dem G-Funk gehuldigt wird, darf man mit einem breiten Schmunzeln grünes Licht geben. Dass "The Sermon" von Dub Sonatas letztjährigem Album hier nochmal draufgepackt wurde, ist ebenfalls vollkommen vertretbar, handelt es sich hier doch um den Höhepunkt der Platte, dem Dub Sonata einen veredelten Boom Bap-Beat der Extraklasse verpasst hat.

Auch wenn sich, womit natürlich zu rechnen war, Schwächen auf diesem Album finden, so sollte "Pain Killer" trotzdem als starkes Pro-Argument für seinen Interpreten aus QB aufzufassen sein. Solche Scheiben, die mit Vorliebe versemmelt werden, findet man heutzutage selten in solch konstanter Qualität, zumal sich Nature auch noch erfolgreich dem Verpatzten-Comeback-Symdrom widersetzt hat. Alle, die hier schon vor der Veröffentlichung abgewinkt haben, sollten sich also noch einmal überlegen, ob sie "Pain Killer" wirklich an sich vorbeiziehen lassen wollen - denn Straßenkost wurde schon weitaus schlechter und eintöniger zubereitet.
Keci
Muss auf jeden Fall noch reinhören. Die Review macht Lust!