John Robinson & MF Doom - Who Is This Man?

SnoopFrog
Cover:


Release-Date:
7. November 2008 (D) / 25. November 2008 (USA)

Label:
Project Mooncircle

Wertung: (3.5 Mics von 5)


Tracklist:
01. Intro / Outside Perspective
02. There She Goes - (feat. Jah Orah)
03. Indy 102
04. Shrink Rap
05. Invisible Man - (feat. 20/20)
06. Rapsploitation
07. Black Gold
08. Expressions - (feat. Tiffany Paige)
09. Outta Control
10. Crazy Music - (feat. Invizible Handz (aka ID 4 Windz))
11. The Truth - (feat. Stahhr & Invizible Handz (aka ID 4 Windz))
12. The Replenish
13. Sorcerers - (feat. MF Doom & Invizible Handz (aka ID 4 Windz))

Review:
John Robinson, wer ist dieser Mann? Lil' Sci, geboren als John Robinson und Mitglied von Scienz Of Life ist dieser Mann. Wer also dachte, es hier mit einem unbeschriebenen Blatt zu tun zu haben, der liegt falsch. Scis jüngstes Projekt, zusammen mit Carlos Nino als What's The Science?, liegt nur wenige Monate zurück, da kündigt sich schon dieses Werk hier an. Und auch die Zusammenarbeit mit MF Doom, der hier die komplette Produktion bereitstellt, kommt nicht von ungefähr: schon 2001 gibt es mit "Yikes" die erste Zusammenarbeit. Nach den "Leak Edition"s '05 bzw. '06 gibt es nun also "Who Is This Man?", für das sich das Groove Attack-Imprint Project Mooncircle als Label findet.

Einen großen Bonus, welchen Lil' Sci als Grundvoraussetzung angeben kann, stellt seine Stimme dar, die, hell und rauchig, einen unwahrscheinlich hohen Wiedererkennungswert in sich trägt. Auch bzgl. der Beats darf man ihm nur gratulieren: 13 Sprösslinge aus dem Kräutergarten des Supervillain himself bekommt nicht jedermann. Um gleich mit dem Schönsten zu beginnen: hier ist man weit weg von den sonstigen Releases dieses Jahres. Der Sound liegt irgendwo zwischen positiv angestaubt und doomisch kreativ. Schnell wird man dabei feststellen, wie ausgesprochen gut die Stimme Robinsons zu diesen Produktionen passt. Auch die Raps fließen in ähnlichen Sphären wie die der Metallmaske selbst. Neben der Harmonie und der hochwertigen Arbeit beider Protagonisten sollten jedoch auch die kleinen Mängel hervorgehoben werden: "alles neu" stimmt nämlich nicht so ganz, für das "Indy 102"-Handbuch von JR bedient sich Doom an seinem eigenen Beat zu "Scientific Civilization", das seinerzeit als Interlude auf der Monsta Island Czars Platte fungierte. Wenn in "There She Goes", das übrigens schon vier Jahre auf dem Buckel hat, Ramsey Lewis gesampled wird, dann will man eigentlich nur kurz pausieren, um parallel "50 Years" von All Natural einzuwerfen, da mit diesem makellosen Track jegliche weitere Nutzung desselben Samples in anderen Songs nicht besser als äußerst blass dastehen kann. Nachdem man wieder zu John Robinson zurückgekehrt ist, muss man feststellen, dass auch das Sample von "Black Gold" in der Rap-Welt nicht neu ist und unlängst erst von Krohme für die Almighty-Scheibe ausgegraben wurde. Diese Tatsachen dämpfen zwar den Hörspaß ein klein wenig, ändern jedoch nichts daran, dass hier gute Musik spielt. Außerdem sind mit dem malerisch entspannten "Outside Perspective"-Intro, dem genialen "Invisible Man" und den restlichen starken und atmosphärischen Tracks genügend Alternativen vorhanden. Lediglich "The Truth" tanzt aus der Reihe und mag auch nach dem zehnten Anhören nichts von seiner nervenzermürbenden Grobkörnigkeit verlieren.

"Confident strut with his head up high, hell of a guy / Stealth movements when he stroll like F.B.I. / Educated young man, who spoke wit elegance / Made well for his fam, and his stories they would tell of him, relevant" - das ist John Robinson. Um dem Ruder des Rap-Schiffs einen merkbaren Stoß zu versetzen, passiert hier dann allerdings doch zu wenig. Eine gute Scheibe, die nicht nur für Doom-Fans eine Anschaffung wert ist, ist "Who Is This Man?" dann aber doch. Zwei Veteranen gehen hier routiniert ans Werk, lassen nichts anbrennen und klingen dank Kreativität und erstaunlicher Harmonie mehr als nur zeitgemäß. Da wäre zwar noch mehr möglich gewesen, zufrieden sein sollte man jedoch allemal.