IDE - Force Fed

SnoopFrog
Cover:


Release-Date:
10. April 2007

Label:
Creative Juices Music

Wertung: (4 Mics von 5)


Tracklist:
01. Intro
02. Never - (feat. Alucard)
03. Bounty Hunter - (feat. Mista Sinista)
04. Field Of Orbs - (feat. Alucard)
05. Interlude
06. Hidden Network - (feat. Mista Sinista)
07. Coat Of Arms
08. Haight And Ashbury - (feat. Savage Messiah)
09. Condemned
10. Ravenous - (feat. Alucard & Jak Progresso)
11. Innerlude
12. Psilasylum - (feat. Alucard)
13. Serpentine Movements
14. Out Of Touch
15. What Happenz - (feat. Critical, L.I.F.E. Long, UG & Madness)
16. Trade And Kinship
17. Sun Pyramids - (feat. Alucard)
18. Enterlude
19. Caught In Time
20. Superior Knowledge - (feat. Savage Messiah & Jak Progresso)
21. Outerlude
22. White Lighters feat. Rae Rodriguez
23. Outro

Review:
Heute sind wir wieder bei Creative Juices. Im Jahr 2007 war das wohl größte Veröffentlichungshighlight dieses Labels das hier im Mittelpunkt stehende Album - das Soloalbum von dem Kopf der Bande, IDE - Force Fed. Nach der "Divince Kingdom" Mix CD 2006, welche eigentlich auch als Album gewertet werden kann, präsentiert der rappende Producer aus New York hier 23 Tracks mit Gastauftritten aus dem näheren Umfeld.

Was sich in Zukunft zu einem wahren Markenzeichen von CJM entwickeln könnte, ist der erste Blickfang, den alle Alben gemein haben: ein außergewöhnliches Cover. Hier wird der Vogel vollkommen abgeschossen, denn die Fratzen, Figuren und Formen, die sich in wildem Farbmix auf diesem Cover tummeln, könnten eine Facharbeit mit Interpretationen füllen. Bei einem Album, das von einem Wesen bewacht wird, welches einem von einem Monster zersetzten Papst nahekommt und zudem eine Axt in der Hand hält, schrecken nur die Hartgesottenen nicht zurück. Was man bei dem Album nicht erwartet hätte ist wohl die Tatsache, dass IDE keineswegs selbst die komplette oder auch nur einen Großteil der Produktion übernimmt. Beide Mitglieder der 2 Hungry Brothers - Ben Boogz und Deep, DJ Connect, Kryptonite, sowie einige Beatbastler aus dem näheren Bekanntenkreis (Tzarizm, Nemo) - sie alle tragen ihren Teil zum instrumentalen Teil des Albums bei. Die Gästeliste verlässt zu keiner Zeit das eigene Haus, ausgenommen der von Mista Sinista ab und an begesteuerten Cuts. Was also hat ein Album, das schon mit seinem Cover eine solch klare Ansage macht, zu bieten? Einiges! IDE selbst nennt eine markante Stimme sein Eigen, mit der er in gleichsam apartem als auch gewöhnungsbedürftigem Flow seine Tracks bezieht. Kurz gesagt besitzt er gerade so viel Eigennote, um als MC hochgradig relevant zu sein. Kombiniert man diese Gegebenheit mit den Gastparts der nicht minder authentischen Kollegen und legt darunter eine ostküstenangehauchte, visionäre Produktionskarosserie, erhält man "Force Fed". Hier jagt ein Highlight das nächste. Kleine Juwelen wie "Trade And Kinship" (Respekt an Jak Progresso für diesen Beat) gehen Hand in Hand mit dem eröffnenden Kopfnicker "Never" oder den vielen atmosphärischen Farbklecksen, die alle ihren Teil zum großen Ganzen beitragen. Dabei finden sich vor allem die düster-brodelnden Suppentöpfe, aus denen IDE in Tracks wie "Sun Pyramids", "Serpentine Movements", "Condemned" oder "Coat Of Arms" seine Reime spuckt. Selbst Standard-BoomBapper Domingo gelingt mit "Caught In Time" ein perfekt passender Beitrag. Einziger Kritikpunkt mag das zu lang geratene "Out Of Touch"-Interlude sein, das bei mehrmaligem Hören langweilig wird.

Insgesamt stellt "Force Fed" genau das dar, was in Zukunft (wenn die Anzahl der Releases angemessen hoch ist) hoffentlich als "typisches" Creative Juices-Album bezeichnet werden wird: eine hohe Trackzahl, die dabei keineswegs mit der Qualität spart. Viele und teilweise kurze Tracks garantieren große Vielfalt, wobei der dicke Posse-Track auch nicht fehlt. "Force Fed" hat seine eigene Atmosphäre und kann komplett durchgehört werden. Diese Scheibe ist der Ort, an dem auf die Lähmungserscheinungen im Sound New Yorks gepfiffen wird. Anhören und genießen!