Giggs - Let Em Ave It

Cagri
Cover:


Release-Date:
23. Juli 2010

Label:
XL Recordings / Beggars Group / Indigo

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Wertung: (3.5 Mics von 5)


Tracklist:
01. Intro
02. Hustle On
03. Look What The Cat Dragged In
04. The Way It Is
05. Bus Commercial
06. Get Your Money Up
07. Ner Ner
08. Reminiscing - (feat. Joe Grind & Gunna Dee)
09. The Loves Still There - (feat. Kyra)
10. Little Man And Me - (feat. ML)
11. Life - (feat. Shereen Shabana)
12. What More Do They Want
13. Matic - (feat. Gunna Dee & Y. Butch)
14. Signs
15. Up, Up And Away - (feat. J-Melo)
16. Have It Out
17. All I Know (Get Your Money Up Remix) - (feat. Nathan)
18. Let Em Ave It

Review:
Mit 28 zählt Giggs eher zu den älteren Herrschaften des Grime-Genres, dessen Protagonisten wie Kano, Wiley oder Dizzee Rascal in den letzten Jahren immer weiter in den Mainstream hervordrangen. Als die genannten MCs zu ihrer Blütezeit ihre ersten Alben veröffentlichten, waren sie noch keine zwei Dekaden alt, da wirkt Giggs fast schon wie ein alter Opa – trotzdessen hat es kaum Auswirkungen auf die Frische des Sounds, den er mit „Let Em Ave It“ eindrucksvoll präsentiert.

Das Werk füttert das Ohr des Hörers mit 18 Titeln und einer ausgiebigen Spielzeit von knapp 71+ Minuten. Dabei stößt Giggs mit seinem recht langsamen Flow etwas entgegen der vergangenen Grime-Welle, die oftmals mit schnellen Raps diesen Stil prägten. Jedoch hat er mehrere Eigenschaften gegenüber seinen jetzigen Kollegen voraus – er vereint mit diesem Album ein rohes, ungehaltenes und ehrliches Stück Musik, das seinen Inhalt aus den Straßen Südlondons bezieht. Wenn der Mainstream gegen den eigenen Sound eingetauscht wird, hält Giggs mit seiner sehr bildreichen und visuellen Art über das Leben als Straßenhustler brachial dagegen und versprüht einen ähnlich monotonen Charme wie zahlreiche amerikanische Kollegen von der Ostküste. Dies ist durch seinen Slow-Flow, der auf den meisten Uptempo-Beats sehr gleichartig wirkt, bedingt, wobei dies nicht unbedingt etwas negatives ist, denn so kann man sich getrost immer tiefer in „Let Em Ave It“ sinken lassen und dem britischen MC sein Gehör für mehrere Durchläufe seines Albums borgen. Die harten Synthesizer-lastigen Beats werden zur Abwechslung von Pianos unterstützt, erleben gegenwärtig einige aufreibende Drum-Patterns und verleihen dem Album eine sehr positive Note, die weiterhin von dem unterhaltsamen Inhalt gestützt wird.

Giggs‘ Album zählt zu den besseren Grime-Veröffentlichungen in der letzten Zeit und hebt sich von den Kollegen durch seine typischen Eigenschaften wie seinem langsamer Flow, den schnellen Beats und dem Fokus auf dem Inhalt ab. Möglicherweise ist „Let Em Ave It“ auf Dauer mehr als ein gutes Album, aber durch einige negative Aspekte wird dem Hörer in den ersten Durchläufen eben nicht mehr als gute Kost geboten, die sich insbesondere durch die Gesamtatmosphäre, den Inhalt und der Delivery Giggs‘ begründen lassen.

Anspieltipps:
Bus Commercial
Life - (feat. Shereen Shabana)
What More Do They Want
Let Em Ave It