Private Paul - Emopunkrap

Cagri
Cover:


Release-Date:
21. Dezember 2010

Label:
Eigenvertrieb

Bestellen:
Mzee.com
Emopunkrap.de

Wertung: (4 Mics von 5)


Tracklist:
01. Intromental
02. Emopunkrap
03. Das Schlechte im Menschen
04. 50AE
05. 40%
06. Hure
07. WS Lifestyle
08. Blutkunst
09. Lolipop
10. Weinerlicher Punkrap
11. Wein für mich
12. Bier für alle
13. Blut für die Welt
14. Drowning
15. Slut
16. r252
17. Flieg
18. Todeswut
19. r253
20. Kalt
21. Outromental

Review:
Lange Zeit war es relativ unklar wie das Album „Emopunkrap“ von Kash aka Private Paul erscheinen sollte – und ob es überhaupt noch das Licht der Welt erblicken durfte. Da der Streit mit den alten Labelgenossen von WeisseScheisse vor der Veröffentlichung dieses Machwerks im Fokus stand, galt der Release als unsicher und wurde in den folgenden Wochen und Monaten zu einem Ein-Mann-Projekt wie das Album letztendlich auch selber. Wer „Emopunkrap“ hört, bekommt 100% Private Paul, nichts anderes.

Eine Warnung muss auch unbedingt vorweggeschoben werden – dieses Werk sprüht in solch einem Maße vor Depressivität, Menschenfeindlichkeit, Schwermütigkeit, Melancholie und Unglück, dass nach dem Konsum der Scheibe auf jeden Fall die Stimmung nicht mehr den ursprünglichen Zustand behält. Dies macht das Album auch aus, denn die bedrohlich verloren wirkende und äußerst düstere Atmosphäre sowie der Protagonist, der vor Hoffnungslosigkeit kaum mehr das Gute im Menschen erkennen lässt, zeigen wie man ein Deutschrapalbum mit absolut hohem Wirkungsgrad schaffen kann und dabei dennoch den Hörer nicht wirklich glücklich zurücklässt.

Das Ein-Mann-Projekt „Emopunkrap“ bietet 21 Songs, die zwischen asozialem Lifestyle („WS Lifestyle“), Live-Abrissnummern („Emopunkrap“ & „Bier für Alle“) insbesondere auf emotionale Songs setzt. Es wird „Das schlechte im Menschen“ deutlich, die ehemaligen weiblichen Bekanntschaften als „Hure“ oder „Slut“ bezeichnet, etwas Positivität in „Lolipop“ angestimmt, die „Todeswut“ und die geliebten „40%“ im Alkohol angepriesen. Es ist „Weinerlicher Punkrap“, der „Blut für die Welt“ und „Wein für mich“ fordert – jene Songs, die den Kern dieses Albums ausmachen – sie sind von der Produktion bis hin zu den Texten die besten Stücke und wirken furchtbar deprimierend. In genau die gleiche Kerbe schlagen auch „Drowning“ sowie die rein instrumentalen „R252“ und „R253“.

„Emopunkrap“ ist roh und hat seine Ecken und Kanten – anders hätte es auch nicht ausfallen dürfen. Mit unglaublich emotionaler Atmosphäre beeinflusst es den Hörer im Laufe des Werkes und verzeichnet einen rapiden Stimmungsfall, was bei häufigerem Hören des Albums nicht sonderlich förderlich ist für das soziale Leben des jeweiligen Konsumenten. Ob der Künstler, der hinter diesem Projekt steht, sich der gleichen Problematik stellen darf, wird eindeutig mit der authentischen Ausdrucksweise der Emotionen auf diesem Album bestätigt und zeugt von echten Gefühlen, die in dieses musikalische Werk gesteckt wurden. Wo echte Emotionen drin stecken, wirkt es auch meist am besten und somit ist „Emopunkrap“ ein schier düsteres, aber sehr gutes Album geworden, dessen Protagonist sich in seiner Hoffnungslosigkeit fast schon zu ertränken schien. Immerhin lebt er noch.

Anspieltipps:
Weinerlicher Punkrap
Wein für mich
Blut für die Welt
Drowning
Morten HB
Das wollte ich mir auch noch holen. Hatte mal eine Kostprobe von WS Lifestyle auf seiner Seite gehört und war spontan begeistert.