Joell Ortiz - Free Agent

LaRon
Cover:


Release-Date:
22. Februar 2011

Label:
E1 Music

Single:
Call Me (She Said) - (feat. Novel)
Battle Cry - (feat. Just Blaze)

Wertung: (3 Mics von 5)


Tracklist:
01. Intro
02. Put Some Money On It - (feat. The LOX)
03. Killed For Less (Intro)
04. One Shot (Killed For Less) - (feat. Fat Joe)
05. Sing Like Bilal
06. Finish What You Start - (feat. Royce Da 5’9”)
07. Battle Cry - (feat. Just Blaze)
08. Nursery Rhyme
09. Phone (Skit)
10. Call Me (She Said) - (feat. Novel)
11. So Hard - (feat. Anna Yvette)
12. Oh! - (feat. Iffy)
13. Checkin’ For You (Skit)
14. Checkin’ For You
15. Good Man Is Gone
16. Cocaine

Review:
Nach „The Brick: Bodega Chronicles“ wurde es eigentlich nie wirklich still um Joell Ortiz, denn speziell mit der Slaughterhouse Formation wurde für Aufsehen gesorgt. So blieb man im Gespräch, während sich der Aftermath Deal als klassischer Reinfall entpuppte, wodurch er folglich nach der Trennung zum „Free Agent“ reifte und wir beim vorliegenden Album angelangt wären, welches nach langem Hin und Her über E1 Music erscheint.

Über 16 Anspielstationen wird versucht Werbung in eigener Sache zu betreiben. Unterstützung bekommt Joell Ortiz unter anderem von Sean C & LV, DJ Khalil, Nottz, DJ Premier, Large Professor und Frank Dukes, welche die Platte mit Instrumentals beliefert haben. Thematisch tummelt sich Joell dagegen zwischen roughem Streetrap mit den L.O.X. Jungs und mittelmäßigen Gangster-Nummern, sei es nun die Fat Joe Kollaboration „One Shot“ oder die erneute Zusammenkunft mit Slaughterhouse Member Royce Da 5‘9‘‘, welches das Begonnene zu Ende führt („Finish What You Start“), wodurch die Realness gegenüber der Straße zum Ausdruck gebracht wird, jedoch nicht zwingend genug agiert. Auch mit Humor versucht man dem Hörer zu unterhalten („Nursery Rhyme“), zünden tut diese Idee allerdings nur bedingt, zudem werden aufgewärmte Instrumentals verwendet wie bei “Sing Like Bilal”, welches die meisten bereits vom Reks Album “Grey Hairs” kennen und den Track eher uninteressant erscheinen lassen. Ein Großteil des Beatgerüsts ist schlichtweg austauschbar und nicht besonders genug um den Free Agent so in Szene setzen zu können, dass ihm die hochdotierten Verträge zufliegen.

Viel stimmungsgeladener und mit feinem Wortwitz wurde hingegen „Battle Cry“ umgesetzt. Mit Sicherheit ist dieser Track eines der Highlights der Platte, da die Harmonie zwischen Joell Ortiz und The Audible Doctor nahezu perfekt erscheint sowie die nötige Energie besitzt, den Hörer mitreißen und fesseln zu können , sodass sich der Song nachhaltig ins Gedächtnis einbrennen kann. Gut macht sich auch die Lead-Single „Call Me“ mit Sänger Novel, welches die Vergangenheit und einige Dates zu Highschool-Zeiten aufleben lässt, lebhafte Bilder formt und die Jugendliebe reflektiert. „Checkin‘ For You“ besticht mit Ausgefallenheit, während Ortiz in die Rolle eines älteren Herren schlüpft und einem jungen Kerl sein Wissen bezüglich der Frauenwelt in einem Club mitteilt.

Leider entwickelt sich „Free Agent“ zu einem ständigen Auf und Ab. Die Achterbahnfahrt führt uns an einer missratenen Iffy Hook auf „Oh“ vorbei, welche Anna Yvette bei „So Hard“ mühsam ausbügelt und „Good Man Is Gone“ eine beeindruckende Hommage an verlorene Freunde ausdrückt. Als gelungen könnte man auch noch den abschließenden Track „Cocaine“ ansehen, der die vergangene Beziehung zu jener Droge sachlich aufarbeitet, das Rad zwar nicht neu erfindet, seine Aufgabe dennoch ordentlich erledigt. Auffallend ist durchaus der Qualitätsunterschied zwischen der eher mäßigen ersten Hälfte, welche bis auf „Battle Cry“ blass blieb, und der stärkeren zweiten Hälfte, in der sich Ortiz besser entfalten konnte. Man verlässt „Free Agent“ folglich mit gemischten Gefühlen.

Es war weitaus mehr möglich als nur ein leicht überdurchschnittliches Release. Joell Ortiz besitzt eine charismatische Stimme mit Wiedererkennungswert, einen knackigen Flow und kann auch lyrisch Glanzpunkte setzen, gezeigt hat er es auf einem Beatteppich der Sorte Standardware leider nicht oft genug, weshalb man auch keine Kaufempfehlung für jedermann aussprechen kann.

Anspieltipps:
Battle Cry - (feat. Just Blaze)
Call Me (She Said) - (feat. Novel)
Good Man Is Gone
Cocaine
Keci
Habs mir noch nicht wirklich angehört, aber nur 3 Mics? Klingt so, als hätte er (zumindest dich) enttäuscht ..
LaRon
Zitat:
Original von Keci
Habs mir noch nicht wirklich angehört, aber nur 3 Mics? Klingt so, als hätte er (zumindest dich) enttäuscht ..


Auf jeden Fall. Größtenteils austauschbare Beats die man auf jedem 0815 Mixtape findet. Erste Hälfte extrem lahm, die zweite is besser. Wenn man sich mal vor Augen hält was Ortiz eigtl. so drauf hat, dann stinkt diese Platte gewaltig ab...
Keci
Zitat:
Original von LaRon
Zitat:
Original von Keci
Habs mir noch nicht wirklich angehört, aber nur 3 Mics? Klingt so, als hätte er (zumindest dich) enttäuscht ..


Auf jeden Fall. Größtenteils austauschbare Beats die man auf jedem 0815 Mixtape findet. Erste Hälfte extrem lahm, die zweite is besser. Wenn man sich mal vor Augen hält was Ortiz eigtl. so drauf hat, dann stinkt diese Platte gewaltig ab...


Hatte mir vor allem nach dem genialen "Battle Cry" eine Menge erhofft. Aber muss mir das Album mal in Ruhe zu Gemüte führen ..
Keci
Mit "nur" 3.800 Einheiten auf Platz 148 der Billboard Charts eingestiegen.