Pimp C - Still Pimping

Mr. BH
Cover:


Release-Date:
12. Juli 2011

Label:
Rap-A-Lot Records

Single:
Grippin on the Wood – (feat. Bun B & Big K.R.I.T.)

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Wertung: (3 Mics von 5)


Tracklist:
01. Pimptro (Intro)
02. Watch The Reaction – (feat.. Lil' Keke & Killa Kyleon)
03. Grippin on the Wood – (feat. Bun B & Big K.R.I.T.)
04. Finer Thangs – (feat. Slim Thug & Brooke Valentine)
05. I'm So Proud Of Ya" – (feat. Cory Mo & Hezaleo)
06. Get Down - (feat. Smoke D)
07. Bread Up - (feat. DJ B-Do & Bun B)
08. F**k Boy (feat. Too Short)
09. What U Workin Wit - (feat Slim Thug & Bun B)
10. Notes on Leases - (feat. Da Underdawgz)
11. Like Us - (feat. Smoke D, Vicious & C-Bo)
12. Hold Up - (feat. Paul Wall & Bun B)
13. Gorillaz - (feat. Bun B & Da Underdawgz)

Review:
Posthume Alben sind immer so eine Sache. Ein großes Problem ist es einerseits, dass der verstorbene Künstler sich nicht mehr weiter entwickeln kann und das Ganze einfach altbacken klingt. Wenn ein Album aber anderseits dem Material aus Lebenszeiten nicht genug ähnelt, dann ist Meckern und Motzen bei den Fans angesagt. Besonders dann, wenn geldgierige Erbträger des zurückgebliebenen Musikgutes jegliche momentan angesagten Konsorten ins Studio einladen, um ein Duett mit erhaltenen Stimmaufnahmen des Toten zu trällern.

Bei Pimp C, der am 4. Dezember 2007 verstorbenen Hälfte des legendären UGK-Duos, gab es bis jetzt zum Glück noch keine Momente solcher Profanierung. Zwar ging es einigen Fans ein bisschen gegen den Strich, dass Superstar Drake auf dem posthumen Werk numero uno („The Naked Soul of Sweet Jones“) zu hören war, aber ansonsten wimmelten sich zur Zufriedenheit der Fans die halbe texanische Rapszene und der gesamte UGK Records Clan auf dem Album. So ist’s zum Glück auch auf „Still Pimping“ der Fall. Und wenn dann beim Einwerfen der Scheibe auf dem vom Intro gefolgten „Watch The Reaction“ auch direkt die für UGK typischen Gospel Orgeln angestimmt werden und die lockeren Rhymes über heruntergelassene Autodächer, Codein-Cocktails und den alltäglichen Grind losgehen, dann fühlt man sich einfach wie zurückversetzt in den Sommer 2007, als der Bun und der Pimp den Südstaatenrap qualitativ dominierten.

Doch ein Problem gibt es bei der ganzen Sache. Und das ist die bereits angesprochene fehlende Weiterentwicklung. Denn als UGK-Kenner hört man Pimp schließlich nicht zum ersten Mal über seine Vorliebe für haarige Intimbereiche und seinen Hass für Rapkollegen mit affigen Goldketten rappen. Es ist immer das gleiche und so kann es sogar vorkommen, dass man sich als UGK Fan nach einer halben Stunde ein bisschen langweilt. Zwar bekommt man den Sound, den man sich von Bun B vielleicht hier und da mal wieder wünschen würde, aber man hat einfach das Gefühl als hätte man 80% der Lines schon mal irgendwo gehört. Für UGK-Neueinsteiger gilt das natürlich nicht, aber die sollten sich eh erstmal Pimp Cs erste Solo-LP „Sweet James Jones Stories“ und die alten UGK-Platten anhören, bevor sie sich an „Still Pimping“ heranmachen. So ist das zweite zusammengeschusterte Werk aus dem Hause Rap-A-Lot zwar einerseits ein Geschenk, da man sich einfach freut wohl ein letztes Mal „neue“ Tracks vom Pimp zu hören, anderseits wird man älteren Werken „Still Pimping“ vorziehen, wenn man mal wieder Bock auf den guten alten Underground Kingz Sound hat.

Doch obwohl es auf „Still Pimping“ so gar nichts Neues gibt, so steigt die Euphorie einfach ins Unermessliche, wenn man auf „Grippin The Wood“ den Mann auf einem Song mit Bun und Pimp hört, der wohl von sich behaupten kann, dass er das musikalische Erbe des Sweet Jones am besten weiter trägt: Alabamas Wunderkind Big K.R.I.T. vereint mit Pimp C, großartig! Mehr solcher Momente hätten „Still Pimping“ zu einem besonderen Nachtod-Werk gemacht, stattdessen begegnet einem viel zu oft die pure Einfallslosigkeit, etwa in Form eines „Fuck Faces“-Plagiats („Finer Things“) oder eines „Jungle Boogie“-Covers („Get Down“). Ist halt doch nur Resteverwertung! Trotzdem kann man nur dankbar sein den Gottvater des südamerikanischen Zuhältertums noch einmal rappen zu hören, denn um ein Werk, dass sich Pimp im Grab umdrehen lassen würde, handelt es sich hier beim besten Willen nicht.

Anspieltipps:
Watch The Reaction – (feat. Lil' Keke & Killa Kyleon)
Grippin on the Wood – (feat. Bun B & Big K.R.I.T.)
Hold Up - (feat. Paul Wall & Bun B)
Free
werde ich mir demnächst bestimmt auch zulegen. "grippin on the wood" ist wirklich sehr cool.
Keci
Wollte heute mal reinhören, bin aber noch nicht dazugekommen. Werde ich aber bald nachholen. smile
Mr. BH
Gehört inzwischen, ihr beiden? (oder auch andere ^^)
Free
Zitat:
Original von Mr. BH
Gehört inzwischen, ihr beiden? (oder auch andere ^^)


ne, bisher noch nicht. kommt aber noch.
Keci
Ja, habs gehört. Die 3 Mics gehen wohl klar. Kann man sich auf jeden Fall gut anhören, wobei halt nicht so viel hängen bleibt.