LEA-WON - Trotzdem… - flashmag-Interview-Album-Review

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Lea-Won
Der Soundtrack seines Lebens


Lea-Won ist zwar erst 19 Jahre alt, aber er hat sich in seinem Leben schon mehr Gedanken gemacht, als die meisten seines Alters. Seine Texte gehen weit über das normale, „ich bin der geilste“ hinaus. Seine Politische Meinung tut er nicht nur in seinen Texten kund. Man kann ihn außerdem bei so mancher Demonstration im Gewühl oder auf dem Soundwagen finden. Wir trafen uns mit ihm, und redeten über Musik, nur über Musik. Sein Privatleben ist und bleibt undurchdringbar.

FM: Wie würdest Du deine Musik jemanden beschreiben, der Dich nicht kennt?

LW: Ehrlich, emotional, melancholisch, selbstironisch, einfach recht vielseitig. Ich würde nicht von Musik sprechen, sondern eher von Sound. Ich sehe mich nicht als Musiker. Das, was ich mache, wenn ich Beats produziere, sind Collagen aus der Musik anderer. Den Anspruch, wirklich Musik zu erschaffen, habe ich gar nicht! Viele meiner Sachen funktionieren nur in der Verbindung mit dem gesprochenen/gerappten Wort. Das was Bach und Beethoven geschaffen haben, das ist Musik.

FM: Was für ein Konzept steckt hinter Deiner LP "trotzdem und gerade deshalb?"

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www.lea-won.net

Review:

Lea-Won „Trotzdem und gerade deshalb“:

Das brandneue CD-Album von Lea-Won ["Li-Wan"] kostet trotz 18 Tracks nur 5 Euro. 76 Minuten purer Rap voller Ehrlichkeit, Reflektion, Analyse, Liebe, Hass mit versierter Technik mal selbstironisch, mal ernsthaft vorgetragen. Lea-Won hält Rap-Musik auf einer traditionellen Ebene, wo Scratches wieder Raum haben, die Snare auf die Zwei und Vier passt, aber trotzdem nichts gleich bleibt. Wer einen aggro Film auf Rap-Gegner anstatt die bestehenden Verhältnisse schiebt, braucht hier nicht reinhören, außer er oder sie will noch dazu lernen, dass es auch anders geht. Hier wird nicht mit deutschbürgerlichen Ghetto-Phantasien und Rap-Klischees kokettiert, sondern den täglichen Unterdrückungsmechanismen konsequent der Kampf angesagt, ohne dabei allzuoft ins Parolenhafte zu versinken. Storytelling, Politik und Poesie werden groß geschrieben, wobei auch typisches Sich-Selbst-Rap-Presenten und Wortwitz nicht vergessen werden.

Beats von brudaring, JK indeed, Tai Phun, Kaos und Lea-Won selbst. Features mit Koljah, Nic Knatterton, Kaos, Emeral und Tai Phun. Professionell gemastert, 4 seitiges Booklet, Doppel-Inlaycard etc. www.lea-won.net

mp3-Snippet-Direktlink (8mb/8min/128kbps): http://www.lea-won.net/mp3/lea-won_trotz...lea-won-net.mp3

www.lea-won.net
Mighty Mic
Kreativ und vielseitig. Sollte bei Fans des deutschen Raps nicht außen vor bleiben. Ein gelungenes Debüt.
coa
dem kann ich nur zustimmen! sehr interessantes u wichtiges album für alle, die tiefgründigen, politischen hiphop lieben!