DCS - Silber

Cagri
Cover:


Release-Date:
27. Januar 2012

Label:
Beatz Aus Der Bude Records | Groove Attack

Single:
Was Du Siehst

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Wertung: (4 Mics von 5)


Tracklist:
01. Guten Morgen
02. Was du siehst
03. Wie War Das Noch Mal 2012 - (feat. Sido)
04. In Die Welt
05. Weiter
06. Bis Ich Dich Finde
07. Les Miserables
08. Nachtfrost
09. Jetzt Interlude
10. Eins
11. Soundtrack
12. Zwischending
13. Sex Im Alter - (feat. Olli Banjo)
14. Laufen Lassen
15. ZuZu
16. Er
17. Silber

Review:
10 Jahre Pause haben sich Die Coolen Säue, mittlerweile auf DCS runtergekürzt, genommen, um letzten Endes auf der Abschiedsjam von Curse zu merken, dass es mal wieder Zeit ist, einige neue Songs aufzunehmen. Mit der Zeit sammelt sich dann natürlich auch einiges an Material an, das man wohl auch als Tonträger unter das Volk bringen könnte. Soweit so gut, 2012 ist es letztlich soweit und DCS haben genug Songs, um das Album namens „Silber“ endlich in die Regale zu stellen.

Alteingesessene Menschen mit Beruf, Familie und festem Wohnsitz machen Rap? Worauf das wohl hinauslaufen wird? Wenn man sich „Silber“ nun einige Male anhört, dann weiß man, dass hier Menschen an den Mikrofonen und Reglern saßen, die ehrliche, unterhaltsame Musik machen wollten, die schließlich auch so klingt. Mit den Kollegen Roe Beardie, Crada, Lifeforce und Adlib wurden die Produktionsskizzen entworfen und eine stimmige Atmosphäre für das Album gefunden. Größtenteils relaxte Beats für Kopfnicker aus den 90ern, die mit der Musik gewachsen sind, treffen zwischenzeitig auf druckvolle Brecher wie „Was Du Siehst“ und vereinen einen abwechslungsreichen aber dennoch homogenen Produktionsrahmen. Grown Man Rap eben, wie es der Pressetext nicht besser hätte ausdrücken können.

Was der Hörer nun unter dieser Beschreibung erwarten darf? Keine Geschichten jedenfalls – denn es werden lediglich Erfahrungen und ehrliche Gedanken geteilt, die eben Themen im Alltag des Erwachsenen sind. Familie, Kinder, Frau, Weltreisen, Essen, Trinken, der Song für die verstorbene Mutter, natürlich auch Musik selbst - das sind nur einige Stichworte, die „Silber“ paraphrasieren können. Denn „Silber“ ist mehr als nur eine Reduktion auf, oberflächlich gesehen, langweilige Themen, sondern ein Werk, das zeitlos nicht nur bei der Themenwahl wirkt, sondern auch bei der gesamten Konzeption und Atmosphäre des Albums. Tracks zu skippen ist bei „Silber“ nicht von Nöten und so kann man sich eben das gesamte Album in einem Guss reinfahren, ohne dabei von störenden Momenten betroffen zu werden. Selbst die Gäste Olli Banjo und Sido wirken sehr gut passend, wenn auch Sido zu aller Erst ein wenig befremdlich wirkt – zumindest auf der Tracklist.

Was sich DCS mit „Silber“ überlegt haben, ist an und für sich ein sehr gutes Werk, das nicht von Momenten lebt, sondern im Gesamten genossen werden sollte. Vielleicht zu langweilig für Teenager, jedoch ansprechend interessant für Erwachsene, die gern über alltägliche Themen nachdenken. Auf „Silber“ bekommt man eben einen kleinen Einblick von Rappern aus den 90ern, die fest im Leben stehen, aber trotzdem ihr Hobby beibehalten haben und nun, eine Dekade später, ausdrücken können, was es heißt im Leben angekommen zu sein. Wer sich für größtenteils entspannte Unterhaltung mit tollen Produktionen begeistern kann, darf bei „Silber“ ungefährdet zugreifen.

Anspieltipps:
Was du siehst
Wie War Das Noch Mal 2012 - (feat. Sido)
Nachtfrost
Sex Im Alter - (feat. Olli Banjo)
pokusa
Wertung geht definitiv inordnung, sehr, sehr starkes, atmosphärisch dichtes und lyrisch hochwertiges Album, dazu sehr ordentliche Beats, die das Zusammenspiel zwischen 90s und heutiger Zeit perfekt meistern.

Meine Favoriten sind "Was du siehst", "Bis ich dich finde" (Schivv hat da einen sehr guten Einstieg!), "Soundtrack", "Zwischending" und "Sex im Alter". "Eins" ist auch nicht zu unterschätzen.

Das Album kommt gänzlich ohne Skiptracks aus, wenngleich "Laufen lassen" nicht so ganz mein Geschmack ist und nicht wirklich in das Gesamtbild passt.