Kontra K - Electro Smog

Cagri
Cover:


Release-Date:
2. März 2012

Label:
Distributionz / Soulfood

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Wertung: (3 Mics von 5)


Tracklist:
01. Polaroid (Intro)
02. Einen Moment Ruhe
03. Mach oder lass
04. Mondschein
05. Wieso? Weshalb? Warum?
06. Dem Teufel die Hand
07. Sie!
08. Masken ab!
09. Tunnelblick
10. Wünsch dir!
11. Ein Schritt ins Licht
12. In meinem Blut
13. Revolution - (feat. KiezSpezial & Fatal)
14. Beispiel aber kein Vorbild - (feat. Skinny Al)
15. Denk an mich!

Review:
Zwar ist Dubstep kein besonders junges Genre, ist es heute angesagter als es je zuvor der Fall war. Mit einigen Mainstreamkünstlern, die den Markt zu erobern versuchen, bleibt auch der Versuch des Dubstep-Raps nicht allzu oft ungenutzt. Zahlreiche Rapper haben schon versucht auf Dubstep-artigen Produktionen ihr Können unter Beweis zu stellen, jedoch hat sich kaum Einer dazu bereit erklärt aktuelle Songs zu nehmen und auf ihnen etwas zu platzieren. Vollkontakt Mitglied Kontra K sieht das ganze Unterfangen nicht so eng und veröffentlicht mit „Electro Smog“ ein komplettes Mixtape mit bekannten Dubstep-Produktionen.

„Ihr tragt die rosarote Brille auf Pille und nennt es Leben – wo ihr Sonne seht, seh‘ ich Regen,
und das Altern ist für mich auch nur langsam abverwesen, deshalb leb ich auch nach ganz eigenen Regeln“


Sicherlich ist Dubstep kein allzu weit entferntes Genre von Hip Hop – aber trotzdem ist der elektronische Einschlag sehr viel deutlicher und zeigt sich auch durch die Produktionen auf „Electro Smog“. Bekannte Größen wie Mt Eden, The XX, Modestep, Netsky, Subfocus oder M83 konnten Kontra K in seiner Beatpick-Phase wohl am Meisten überzeugen und so ist das Werk auch recht abwechslungsreich geworden – mal zügiger oder auch mal langsamer, einseitig ist es jedenfalls nicht ausgefallen. Dabei geht Kontra K nach keinem bestimmten Muster vor, was zumindest den Inhalt angeht. Mal sind es ein paar persönliche Zeilen, die den Song ausmachen, mal sind es Straßenreferenzen, die Kontra K auspackt – mal sind es Weisheiten für das Leben, die er recht häufig auspackt, aber es kann auch mal ganz einfaches Geflexe sein, was auf solchen Beats natürlich nicht fehl am Platze sein darf. Unter dem Strich, definitiv ein gutes Werk – wenn da nicht ein Makel wäre, der erst bei richtigem Equipment auffällt. Hört man sich „Electro Smog“ über gewöhnliche Lautsprecher an, ist es nicht verwunderlich, dass die Soundqualität nicht immer erhaben ist, aber auf guten Lautsprecher oder Kopfhörern fällt auf, dass die Unterschiede zu den Originalen riesig sind bzw. die Abmischung einfach katastrophal ausgefallen ist und das macht den Soundgenuss bei elektronischer Musik recht einfach zur Nichte. An solchen Sachen sollte es eigentlich nicht scheitern, denn qualitativ gute Vorlagen gibt es selbst bei YouTube zur Genüge.

Sieht man nun von diesem Kritikpunkt mal ab, zeigt sich Kontra K in guter Form, flowt an vielen Stellen sehr erhaben über die schwierigen Produktionen und kassiert mit seiner Reibeisenstimme zahlreiche Pluspunkte. Inhaltlich muss jeder selbst entscheiden, ob man es interessant findet – gesagt werden muss trotzdem, dass Kontra K hier das Rad nicht neu erfindet, sondern nur Erfahrungen aus seinem Leben vorträgt, die man aber auch schon woanders gehört haben könnte. Insgesamt ist „Electro Smog“ zwar ein gutes Werk, aber durch die Abzüge in der Soundqualität ist es letzten Endes nicht ganz so gut genießbar, wie es bei glasklarem Sound wäre.

Anspieltipps:
Polaroid (Intro)
Tunnelblick
Denk an mich!