Tracklist:
01. Strands
02. Hate Aside
03. Oh My God
04. Beyond Us
05. Control Panel
06. Money Is On Their Minds
07. Goodbye World
08. Life
09. The Dapper Mob
Review:
Dass der Nordwesten der Vereinigten Staaten für qualitativ hochwertigen Hip Hop Sound steht, sollte inzwischen einigen geläufig sein, als Beispiele dienen dazu in letzter Zeit vor allem die Blue Scholars oder Common Market. Doch es gibt noch weitere Gruppen, welche sich anschicken, ebenfalls bald in der Liste der zuvor genannten Crews zu stehen. Mit „Long Story, Short … EP“ möchten die Sanpeople, ein 10-Mann starkes Kollektiv aus Portland, Oregon, auch außerhalb der eigenen Stadtmauern ein Begriff für viele Heads werden.
Die mit 9 Tracks gut gefüllte EP baute auf einem dunklen, düsteren Soundgerüst auf, wozu sich einprägsame Lyrics gesellen. Speziell Sapient, welcher die komplette EP produziert hat und schon mit Aesop Rock oder Slug zusammengearbeitet hat, ragt eindeutig heraus, beweist sein Können an den Reglern und stellt seine Fähigkeiten auch am Mic ziemlich gut zur Schau. Bereits das Intro „Strands“ klingt ein wenig mysteriös, düster und betäubend mit einem kräftigen, energischen Beat, dessen Drums Sapient fast schon zur Perfektion ausgereizt hat. Während mit „Oh My God“ und „Money Is On Their Mind“ eher die Herkunft zelebriert wird, ist „Beyond Us“ stark von Synthie-Einlagen geprägt, allerdings lässt sich das inhaltliche Meisterstück im politischen „Control Panel“ nieder, indem der Pessimismus gegenüber der Menschheit und der Regierung zum Ausdruck gebracht wird. Selbstmordgedanken fesseln den Hörer bei „Goodbye World“, wofür Sapient ein weiteres Ass aus seinem Ärmel gezaubert hat.
„There ain't no rules in this game we play
Hate aside there ain't shit you can say”
Das Highlight der EP stellt „Hate Aside“ dar, der wohl eingängiste Song der Platte, verziert durch Piano Tunes und Scratches von DJ Spark, während das inhaltliche Hauptaugenmerk auf dem Durchhalten in der Independent Szene liegt. Dennoch wird auch mit der melodischen, gesungenen Hook gepunktet. Zu guter Letzt legt Sapient mit der Balladendichtung „The Dapper Mob“ eine selbstkomponierte Solo Nummer hin und zeigt zugleich auch noch seine Skills als Sänger, sprudelt geradezu am Mikrofon vor Gedanken, wenn er den Konsumenten in eine packende, wahnsinnige, fast schon makabere Unterhaltung führt und dem Hörer Zeilen wie „Oh be good, or I'll be in the shadows with a baseball bat“ auf den Tisch knallt.
Mit dieser EP wird der Hörer gut unterhalten. Die düsteren Produktionen wirken in sich stimmig, die Lyrics sind einprägsam, transportieren ein gewisses Maß an Inhalt und allgemein behalten die Sandpeople stets ihren eigenen Stil. Die Sandpeople werden auch in Zukunft für die eine oder andere Überraschung zu haben sein, vor allem von Sapient sollten wir noch mehr zu hören bekommen. Einmal in die „Long Story Short … EP“ rein zuhören ist mit Sicherheit nicht verkehrt, den Fans des Nordwestens wird dazu jedenfalls geraten.
Anspieltipps:
Hate Aside
Control Panel
The Dapper Mob
Hip Hop Ain't Dead, It Lives In The North!
"Can We Pretend That Airplanes // In The Night Sky // Are Like Shooting Stars!"