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M-Riebold Interview
M-Riebold
Der aus Niedersachsen stammende Rapper M-Riebold veröffentlicht mit "Überbrücken Zur Hoffnung" sein neues und inzwischen zweites Album, gemeinsam mit Producer Maxmiles, welcher komplett für die Instrumentals auf dem Longplayer verantwortlich ist. Gäste sind Curse und Trauma.

Links:
www.m-riebold.de
www.myspace.com/mriebold

Review:
"Überbrücken Zur Hoffnung" Review
Digital Single:
"Beifahrer Musik" Download

Bestellen:
MZEE.com
M-Riebold.de

Interview

Vor knapp vier Jahren hatte HipHop-Jam bereits die Möglichkeit mit dir ein erstes Interview zu führen. Damals trugst du noch den Namen M2ThaE. Was hat denn zur Änderung in M-Riebold geführt?

M2ThaE war mir ein bisschen zu "fancy". Meine Musik ist ja doch eher persönlich und M2ThaE passte da irgendwie überhaupt nicht. Da dachte ich mir, machste lieber M-Riebold. Die Musik spiegelt mich wieder und deshalb wollte ich auch gleich meinen richtigen Namen nutzen.


Nun ist seit dem 15. Mai 2009 nach "Medizin" dein zweites Album "Überbrücken Zur Hoffnung" auf dem Markt. Hat sich seit diesem Datum irgendwas für dich verändert? Hast du etwas bestimmtes mit dem Release erwartet?

Ich hab mir bei "Überbrücken Zur Hoffnung" überhaupt keine Erwartungen gesteckt. Ich hab mich einfach darauf gefreut, dass das Album jetzt raus kommt und dann einfach abgewartet, was passiert. Und bislang waren die Reviews und sonstige Pressetexte alle positiv und das hat mich natürlich sehr gefreut. Aber ich hatte jetzt natürlich nicht die Erwartung, dass ich 10.000 Stück verkaufe oder so. Ich wollte einfach nur, dass die Leute mich kennen lernen und da bin ich wirklich positiv überrascht, dass das alles so gut aufgenommen wurde. Es hat meinen Tag schon besser gemacht. [lacht]


Das heißt, es gibt erste Feedbacks und die sind durchweg positiv?

Ja! [lacht]


M-Riebold Dazu gehört ja natürlich auch die Review, die wir hier bei uns veröffentlicht haben.

Genau! Ihr hattet ja die erste Review, die überhaupt veröffentlicht wurde und das Ergebnis hat mich natürlich auch sehr gefreut. Insgesamt hatte ich zwar, wie gesagt, keine Erwartungen, aber die ersten Reviews schaut man sich doch dann ganz gerne an. Denn du willst ja schon am Liebsten positives Feedback haben. Es war also schon mal 'ne feine Sache, eine Bestätigung zu bekommen, dass das Album doch Anklang findet und dass sich die viele Arbeit an der Musik dann doch gelohnt hat.


Bist du rückwirkend betrachtet mit dem Album zufrieden? Würdest du irgendwas ändern, wenn du noch die Möglichkeit dazu hättest?

Also ich hab ja mittlerweile schon ein bisschen Distanz zum Album, da wir es vor cirka einem Jahr aufgenommen haben. Bei den Lyrics würde ich nichts anders machen. Bei den Tracks "Inspiration" und "So Schlimm" wurde am Ende noch der Beat geändert, aber das war's dann auch schon. Also im Endeffekt würde ich am Album nichts mehr ändern wollen.


Wie lange war die Produktionszeit?

Ein Jahr haben wir dran gearbeitet und ein Jahr hat es dann insgesamt quasi so rum gelegen.


Ach darum wird bei den Trailern, die z.B. bei YouTube zu finden sind, auch das Album mit Ende 2007 angekündigt?

Ja genau! [lacht]


Wie kam der Albumtitel "Überbrücken Zur Hoffnung" zu Stande?

Das kam als ich mit dem Album so ziemlich fertig war. Und zwar hatte ich ja bei Songs wie "Nur" eher eine negative Weise an die Sache heran zu gehen. Aber danach kam z.B. ein Song wie "So Schlimm", wo ich dann darauf hingewiesen habe, dass doch alles irgendwie gut werden kann und dann kam dazu, dass ich ich irgendwann auf dem "Reflection Eternal" Album von Talib Kweli den Satz gehört habe, dass jeder einem erzählen kann, wie es ist, aber wir einem nicht nur erzählen können, wie es ist, sondern auch, wie es eventuell sein kann. Also sozusagen "Überbrücken zur Hoffnung". Ich kann dir erzählen wie es im Moment ist, aber ich kann dir auch eine Brücke zur Hoffnung schlagen und dir sagen, wie du es vielleicht versuchen kannst besser zu machen. Diese Brücke bin ich sozusagen. Im Endeffekt also eine Doppeldeutigkeit.


Hast du einen persönlichen Lieblingstrack auf dem Album?

Natürlich ist jeder Song mein Baby! [lacht] Aber ich würd sagen "Beifahrermusik" gefällt mir sehr gut, da es mein persönlichstes Stück ist, bei dem ich über Familienmitglieder und wie sie mich beeinflusst haben spreche. Zum Beispiel der Hase auf dem Cover ist der alte Hase meines Opa's und ist sozusagen mein letztes Andenken an ihn. Und ich fand es einfach cool den einzubauen und damit zu repräsentieren, was ich alles mache und was ich erlebt habe.


Ich hätte den Hasen jetzt eher mit Mr. Floppy von der US Sitcom "Auf Schlimmer Und Ewig" [Anm. d. Rdk.: "Unhappily Ever After" im Originaltitel] assoziiert...

Das ist auch richtig. Er heißt sogar Mr. Floppy! [lacht]


Bist du also ein großer Fan von "Auf Schlimmer Und Ewig"?

Ja! Es kamen ja auch letztens wieder die ganzen Staffeln auf Comedy Central. Ich find's großartig, denn die Serie trifft genau meinen Humor.


Was war am Ende ausschlaggebend, dass Mr. Floppy dann nicht nur auf dem Album Cover sondern auch auf den Pressefotos erschienen ist?

Er soll einfach Familie darstellen! Aber manchmal spreche ich sogar mit ihm, wie Jack Malloy mit Mr. Floppy in der Serie. [lacht]


M-Riebold Mein absoluter Lieblingstrack auf "Überbrücken Zur Hoffnung" ist "Rapper rappen", bei dem es ja um die Musik an sich geht. Wie wichtig ist dir diese Musik?

Ich würde sagen, es ist meine Entspannung und mein Ausgleich von der Arbeit und all dem Stress, den ich in meinem "normalen" Leben habe. Deswegen ist mir die Musik unglaublich wichtig. Es ist quasi das Erste woran ich denke, wenn ich aufstehe und das Letzte, wenn ich schlafen gehe.


Wie wichtig ist es dir mit der Musik eine Message an das Publikum zu vermitteln?

Das ist mir natürlich sehr sehr wichtig! Das ist auch ein Punkt, warum ich Musik überhaupt mache. Dadurch kann ich den Leuten etwas von mir und von einer Emotion, die ich in einen Song hereinbringe, geben.


Steht für dich die Message also im Vordergrund oder ist sie eher zweitrangig?

Ich finde jeder Song sollte für sich stehen. Manchmal gibt es auch einen Battlerap-Song, der mir etwas vermittelt. Das ist immer ganz unterschiedlich. Aber ich finde schon, dass jeder Song eine Kernaussage haben sollte.


Du hast ja fünf Tage vor der Veröffentlichung von "Überbrücken Zur Hoffnung" auf MySpace ein kostenloses Pre-Listening deines Albums angeboten. War in dieser Zeit ein größerer Run auf dein Profil nachvollziehbar?

Das hat auf jeden Fall die Runde gemacht. Also da waren schon sehr viele Leute in diesen fünf Tagen auf der Seite. Hat sich definitiv gelohnt!


Wie viel Zeit verbringst du eigentlich mit Musik?

Das kann man schlecht einschätzen. Wenn ich von der Arbeit nach Hause komme mach ich mal einen Beat oder schreib einen Text. Also auf jeden Fall hab immer was damit zu tun, jeden Tag.


Das Album wurde komplett von Maxmiles produziert. Wie kam es eigentlich zu dieser Zusammenarbeit?

MySpace! [lacht] Wir haben uns irgendwann mal über MySpace geschrieben, ich fand seine Beats geil und da hab ich ihn gefragt, ob wir nicht mal was zusammen machen wollen. Dann war zuerst nur die Rede von einer EP und dann wurden es immer mehr. Er hat dann auch angefangen Beats extra nur für mich zu machen. Und auf einmal waren die zwölf Songs fertig und somit auch das Album.


Also wird es auch zukünftig noch eine weitere Zusammenarbeit geben?

Er hat auf jeden Fall auch auf dem onetime4yaMIND Album Beats gemacht und natürlich wird es noch weitere Zusammenarbeiten geben. Er ist einfach ein netter Kerl. [lacht] Und was mir auch an ihm gefällt ist, dass er die ganze Sache so powered!


Stichwort: onetime4yaMIND. Die Formation von Rapper Trauma und dir. Wie ist es dazu gekommen?

2006 haben wir uns das erste Mal Backstage bei einem Curse Konzert kennen gelernt und uns sofort super verstanden. Curse hat auch immer zu mir gesagt, dass Trauma und ich so ziemlich den gleichen Beatgeschmack haben und dass wir musikalisch gut zusammen passen würden. Trauma und ich haben das auch gemerkt, haben dann irgendwann mal telefoniert und ich hab gefragt, ob wir ein Album machen wollen und er meinte nur, dass er sich das auch schon überlegt hat. Es hat zwischen uns also einfach Klick gemacht! [lacht]

M-Riebold

Wie kam der Name onetime4yaMIND überhaupt zu Stande?

Wir hatten bei einer Studiosession "Illmatic" da, also nicht den Rapper, sondern das Nas Album, und haben uns die CD angeschaut und dann ist uns onetime4yaMIND aufgefallen. Das fanden wir klasse, da es genau das widerspiegelt, was wir mit unserer Musik ausdrücken wollen.


Ab wann können wir mit dem onetime4yaMIND Album "Schauspiel" rechnen?

Sommer 2009. Trauma muss nur noch einmal vorbei kommen, um einen Song aufzunehmen und dann wird's zum Mischen gegeben. Insgesamt sechzehn Tracks werden drauf sein.


Auf welche Produzenten und Gäste werden wir auf "Schauspiel" treffen?

Maxmiles, Drumatic, Truestatiks, Natural Diggers, Audioholic, Croup und Sterio. Als Gäste haben wir den jungen, bekannten Rapper Curse [lacht] und eine junge Dame namens Nia Gara, das ist eine Sänger- und Rapperin aus München.


Gibt es neben onetime4yaMIND noch andere Zukunftspläne?

Erst mal müssen wir jetzt "Schauspiel" zum Ende bringen und wenn wir danach weiterhin Bock haben, dann machen wir natürlich noch ein Album.


Wie ist es eigentlich zu der Verbindung zum Alles Real Records (ARR) Lager gekommen?

Das war durch Busy. Dessen Nachbarn hab ich irgendwann mal kennen gelernt und dem hab ich mein letztes Album "Medizin" geschenkt. Dann hat er dieses Busy vorgespielt und der fand das dann auch sofort geil und hat mir das auch bei MySpace geschrieben. Und irgendwann waren dann auch mal Curse, Stress und Trauma bei Busy und haben krampfhaft noch jemanden gesucht, der vielleicht zu ARR kommen könnte. Curse fragte dann Busy, ob er vielleicht jemand wüsste und Busy meinte "Hör dir diesen Typen mal an!". Dann hat mir Curse gleich am nächsten Tag eine Nachricht bei MySpace geschrieben, wir haben uns getroffen und seit dem sind wir Freunde.


M-Riebold Also würdest du dein Verhältnis zu den Jungs von ARR als freundschaftlich beschreiben?

Ja, auf jeden Fall. Curse ist so alt wie mein großer Bruder und er ist auch schon ein bisschen so wie mein großer Bruder. Er sagt mir, wenn Dinge schlecht sind und manchmal hör ich sogar drauf.


Hatte er irgendeinen Einfluss auf "Überbrücken Zur Hoffnung"?

Er hat die Songs gehört und wenn er was scheiße oder geil fand, dann hat er das gesagt.


Vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Glück und Erfolg in deiner Karriere. Gibt es noch etwas, das du unbedingt loswerden willst oder den Lesern auf unserer Seite mitteilen willst?

Erst einmal bedanke ich mich bei HipHop-Jam, dass ihr das Interview und die Review ermöglicht habt. Dann bedanke ich mich bei den Lesern, die dieses Interview gerade gelesen haben und freue mich natürlich, wenn das jemand gut gefunden hat. Freue mich aber auch, wenn jemand es vielleicht schlecht gefunden hat.Hört euch einfach Teile des Albums auf MySpace an und wenn es euch gefällt, würde es mich freuen, wenn ihr es euch kauft oder es vielleicht euren Freunden vorschlagen würdet, so dass die es sich dann kaufen!
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