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Grieves & Budo im Audio Interview
Grieves & Budo
Der eine singt, rappt und bastelt gelegentlich auch mal an einem Beat. Der andere spielt Trompete, Gitarre, Bass, Klavier und produziert. Zusammen Musik machen Grieves und Budo seit 2007 und mit "Together/Apart" ist dieses Jahr ihr neuester Streich über Rhymesayers Entertainment veröffentlicht worden.

Review:
"Together / Apart" Review

Links:
www.rhymesayers.com
Videos:
"Against The Bottom"
"On The Rocks"
"Blood Poetry"

Interview - Audio Stream

Interview

Es mag zwar längst hinter uns liegen, das goldene Zeitalter der Beats and Rhymes, aber die Hochpunkt-Ära hatte auch ihre Schattenseiten. Was gab es doch für unzählige Schranken auf dem damaligen Hip-Hop Gelände? Besonders was die Optik anging, denn Plastiknasenträger, die sich zum Humpty Dance bewegten und kleinwüchsige Augenklappenträger mit dem Vorbild der Mörderpuppe Chucky waren ja eher die Nadeln im Heuhaufen. Jetzt stelle man sich aber mal vor, solch optische Außenseiter wären obendrein auch noch weiß gewesen! Mit anderen Worten: Vor 15 Jahren hätte es ein langhaariger Whiteboy mit Lippenpiercing wie Grieves zusammen mit Budo, seinem 165 Zentimeter kleinen Kumpanen, nicht so leicht gehabt. Gut, dass die Intoleranz im HipHop Falten bekommen hat, denn was wäre es schade, wenn so fähige Jungs wie Grieves und Budo im besten Fall belächelt, im schlimmsten Fall kopflos von der Bühne gefegt worden wären.

Recht schwer tut sich die Industrie nach all den Jahren dennoch damit, über Kandidaten fernab des Rapper-Klischees nicht verwundert zu sein. Da mischt mal so einer mit Skater-Frise ein paar Gefühle unter die Bars und singt ein bisschen dazu und plötzlich wird ihm die Etikettierung "Emo Rap" verpasst. Klingt immer scheiße, einfach negativ konnotiert und irgendwie nicht so zum eigentlichen Spiel dazugehörend. Und klar, Rap braucht auch eine gewisse Härte, aber wenn der als Adoptivkind gebrandmarkte Grieves den Hörern seine Gefühlswelt auf so ehrliche und gar nicht pussyhafte Weise öffnet, dann merkt man, wie weit er vom sentimentalen Kitsch entfernt ist. Liegt natürlich auch an den Produktionen. Denn was Budo da aus Piano, Gitarre, Trompete und Bass so Professionelles zusammenschustert, das ist natürlich einfacher ernst zu nehmen, als ein paar simple Synthie-Loops. Seit Grieves zweitem Release "808’s and Counting" ist Budo sein musikalischer Dauerpartner. Und man kann nur froh sein, dass die beiden sich gefunden haben, denn ob jetzt auf der Bühne, im Studio oder im Gespräch: Was die beiden da am Laufen haben, es funktioniert. Man kennt sich, man versteht sich, man gönnt sich.

Grieves & Budo Lasst uns als erstes ein wenig über euer aktuelles Album "Together / Apart" reden. Das Album ist sehr emotional, es handelt hauptsächlich von Problemen und harten Zeiten. Grieves, warum reflektierst du in deinen Texten so selten die lustigen und fröhlichen Erfahrungen, die du in deinem Leben machst, wie z.B. Erlebnisse, die du auf Touren machst?

Grieves: Weil ich einfach nicht der Typ von Textschreiber bin, der dies tun würde. Wenn ich mich entschließe einen Text zu schreiben, dann tue ich dies meist, um etwas aus meinem Leben zu verarbeiten, anstatt dir erzählen zu wollen, wie viel Spaß ich gerade habe. So war es jedenfalls mit dem aktuellen Album. Wobei selbst dieses Album auch andere Songs hat. "No Matter What" mit Krukid ist zum Beispiel ein etwas härterer Song. Der emotionale Grundriss vom Album jedenfalls ist, dass alles auch seine guten Seiten hat. Vieles ist nicht immer nur vollkommen schlecht und niederschmetternd, es gibt immer auch einen Lichtblick am Ende des Tunnels. Es ist ja nicht so, als wenn ich sagen würde: "Alles ist Scheiße. Mein ganzes Leben ist beschissen." Sondern ich komme über meine Probleme hinweg. It's getting through it. Und das spiegelt nun mal genau die Situation wider, in der ich mich zu Entstehungszeiten des Albums befunden habe.


Würdest du also sagen, dass Musik für dich grundlegend ein Weg zur Selbsttherapie ist?

Grieves: Durchaus, ja. Texte zu schreiben ist ein therapeutischer Prozess für mich. It's a therapeutic activity. Jedoch nicht immer. Ich glaube nicht, dass die Musik, die wir machen und zukünftig machen werden, immer so sein muss. Aber ja, das Schreiben von Texten war tatsächlich oft eine Form von Selbsttherapie für mich.


Die Grundsituation für viele Leute in der westlichen Welt ist heutzutage ziemlich gut. Dadurch haben manche Leute jedoch die Einstellung, dass sie sich im Vergleich zu ärmeren Leuten aus z.B. Afrika nicht über ihr Leben beschweren brauchen, also verbergen sie ihre Emotionen und ihre Traurigkeit. Sie sehen ihre eigenen Probleme als banal an. Was würdet ihr diesen Leuten sagen?

Budo: Wenn du das ganze Mal im Verhältnis betrachtest, dann ist es einfach ein Dammbruchargument. Denn für alle 100 Menschen, die weniger wohlhabend als du sind, gibt es auf der anderen Seite auch wieder 100 Menschen, die mehr Wohlstand als du genießen. Letztendlich sind die Dinge, die uns traurig und glücklich machen nun mal die Dinge, die uns traurig und glücklich machen. Und diese Dinge sind nicht weniger wichtig, weil jemand anders in einer anderen Situation ist. Was immer die Umstände sein mögen, jedes menschliche Wesen hat die gleichen Gefühle. Zwar hat jede Person einen anderen Zusammenhang zu diesen Gefühlen, aber die Gefühle an sich sind die gleichen. Wenn wir also in Deutschland oder in der Schweiz sind und die Leute nicht unbedingt jedes einzelne Wort verstehen können, ist die emotionale Verbundenheit trotzdem da. Ob die Leute jetzt mit einem ähnlichen sozioökonomischen System vertraut sind und ähnlich privilegiert sind, ähnliche Werte wie die Amerikaner haben, oder nicht, für mich sind Emotionen einfach universell. Und ich glaube, dass Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit Worte und spezifische Erlebnisse, über die man berichtet, übertreffen. Das ist das Tolle an Kunst! Ein Künstler kann Dinge vollbringen, die einerseits von ihm selber handeln, anderseits aber auch den Konsumenten möglich machen, sich mit dem Künstler zu identifizieren und die Erfahrung von ihm zu nehmen und sie auf sich selbst zu übertragen. Wenn Grieves also von seinen persönlichen Erlebnissen spricht und ich die Musik mache, die sich auf meine persönlichen Erfahrungen stützt, dann kommt da etwas heraus, was sich auch mit Leuten aus der Schweiz, aus Schweden oder Deutschland verbinden lässt. Denn im Wesentlichen fühlen wir eben alle die gleichen Emotionen.


Budo, warum wurdest du als Produzent von "Together / Apart" eigentlich nicht auf dem Cover erwähnt? Eine Menge Leute, die das Album hören, denken vielleicht, dass die ganze Musik nur von Grieves kommt, aber du spielst ja auch bei jedem Song eine Rolle. Warum habt ihr euch also dafür entschieden, nur Grieves auf dem Cover zu zeigen?

Budo: Wir haben das Album ja zusammen produziert. Manche Beats habe ich komplett selbst gemacht, manche haben wir zusammen gemacht, manche kommen alleine von Grieves. Jedenfalls ist das Album mehr ein Grieves-Album, weil es darauf Fokus nimmt, dass er es ist, der sich hier der Welt vorstellt. Ich bin auch dabei und stets ein Teil davon und dies ist auch etwas, was unglaublich wichtig für mich ist, aber als es darum ging, welches Gesicht wir der Welt auf dem Cover präsentieren, waren wir uns alle einig, dass es nur Grieves sein sollte.


Alles klar. Grieves, du sagtest mal, dass dir die Musik am besten gefällt, wenn sie sich durch eine starke Melodie auszeichnet. Budo sagte dir ja, dass du versuchen solltest, für "Together / Apart" mehr zu singen. Denkst du, dass er dies hauptsächlich tat, weil er wusste, wie glücklich du damit sein würdest?

Grieves: [grinst] Budo und ich verbringen ja eine Menge Zeit miteinander. Wenn jemand weiß, in welche Richtung ich mich bewegen sollte, dann wird es wahrscheinlich dieser Typ hier sein. Ich persönlich höre einfach hauptsächlich solch melodiöse Musik. Das ist die Art von Musik, die ich mag und am meisten wertschätze. Und jetzt, wo ich immerhin annähernd fähig bin, auch solche Musik zu kreieren, hat Budo dazu ein passendes Medium geschaffen, an dem ich mich erproben konnte. Natürlich war das nichts, was einfach so passierte. Wir wussten, dass das mit dem Singen eine Weile dauern würde. Tatsächlich sogar eine sehr lange Zeit, besonders sich dann beim Singen auch noch wohl zu fühlen. Ich kann schließlich nicht alles singen, es gibt eine Notenbegrenzung für mich. Aber ich habe daran gearbeitet und arbeite weiter dran. Ich werde immer besser und mag es sehr zu singen, denn es erfindet die ganze Sache einfach neu für mich. Außerdem verpasst es dem, was wir tun einfach einen einzigartigen Stempel, denn es ist kein Auto-Tune Gesang, den wir aus dem Radio kennen, es ist kein R'n'B-Gesang, kein Eminem-Gesag, sondern es ist…

Budo: … es ist einfach der Grieves-Gesang.

Grieves: Genau. Das ist einfach unser eigenes Ding. Und ich mag es. Ich mag es sehr!


Im Studio zu singen ist ja eine Sache, aber den Gesang auf der Bühne zu präsentieren ist wieder etwas ganz anderes. Ich vermute mal, dass du sehr nervös warst, als du deinen Gesang zum ersten Mal auf der Bühne präsentieren musstest?

Grieves: Es geht. Wir haben es vorher oft genug einstudiert …


… sodass du dir dann auf der Bühne nicht mehr komisch vorgekommen bist.

Grieves: Ja, genau. Dafür übt man vorher genug. Und man lebt vorher einfach schon lang genug mit den Songs. Der Aufnahmeprozess ist ja sehr langwierig. Weiß Gott wie oft ich die Hooks eingesungen habe, bis ich es endlich hatte. 300 Mal bestimmt.


Grieves & Budo Okay das stimmt. Grieves, sag mal, wenn du einen Produzenten außer Budo wählen könntest, mit dem du ein ganzes Album aufnehmen dürftest, wer wäre dies? Und Budo, wenn du einen anderen Rapper wählen könntest, wen würdest du dir aussuchen?

Grieves: ?uestlove! Er ist sowas wie der Meister aller Dinge für mich. Wenn ich mich weiter in die bisherige Richtung hin entwickele, dann wäre die Vorstellung mit ?uestlove zusammen im Studio zu arbeiten einfach nur unglaublich.


Oder am besten noch live mit ihm zu performen?

Grieves: Das wäre natürlich auch übergeil! Auch wenn er es wahrscheinlich nicht tun würde. Mit ihm zu arbeiten wäre jedenfalls irre, denn er ist der Mann hinter einigen meiner absoluten Lieblings-Songs. Uns beide zusammenzutun wäre also echt sehr cool.

Budo: Es darf also nur ein Rapper sein?! Dann würde ich wahrscheinlich Common wählen. Die Energie, die er hat, die fängt einen einfach ein.


Grieves, in einem Interview hast du mal gesagt: "Ein Album herauszubringen ist irre. All meine privaten Beziehungen sind kaputt gegangen. Ich verlier noch meinen Verstand."

[Grieves und Budo lachen laut]


Zeigte das Video zu eurem Song "Against the Bottom" ein wenig, wo du dich privat momentan am liebsten sehen würdest?

Budo: Wer würde das nicht wollen? Hübsche Mädels im sonnigen Kalifornien. [lacht]

Grieves: Das Skript zum Video kommt ja nicht von uns. Jedenfalls sollte das Video den Gegensatz zum Songtext zeigen. Wir wollen, dass die Leute sich auch andere Gedanken machen, denn vielleicht durchlebst du gerade ja gar keine harte Zeit, vielleicht hast du gerade eine echt tolle Zeit, blickst aber auf eine harte Zeit zurück. It's cool to stay in touch with that stuff, at least understand that stuff. Das Video ist also das totale Gegenstück zum Text, we just completly flipped it. Aber nicht nur das Video, auch der Beat, eigentlich der gesamte Song bis auf den Text, vermittelt eine gute Laune. Er klingt fröhlich, nach Sommer. Als die Direktoren den Song gehört haben, haben sie das auch gemerkt, also haben sie den Spieß komplett umgedreht.


Stimmt, der Song macht sich beiderseits perfekt. Ich hab ihn an einem sehr sonnigen Tag gehört und das hat super gepasst. Aber auch bei schlechtem Wetter und schlechter Stimmung kam der Song gut. Er hat einfach diese beiden Gesichter. Grieves, du erwähnst oft, dass du dich von Ice Cube und Gangsta Nation hast inspirieren lassen …

[Grieves wirft die Arme in die Luft und lacht] Yeah! Damn right, I do!


Du sagtest, dass du alten Gangsta Rap wie diesen mit Humor genommen hast, dass du aber keine große Verbindung mehr zu der heutigen HipHop Szene spürst. Fehlt dem heutigen Rap etwas, sodass du ihn nicht mehr mit Humor nehmen kannst?

Grieves: Tatsächlicherweise nehme ich so ziemlich alles mit Humor, was wohl meine eigene Schuld ist. Jedenfalls ist es nicht so, dass dem heutigen Rap etwas fehlt, ich verfolge nur alles nicht mehr mit einer so großen Aufmerksamkeit wie ich es mal getan hatte. Als ich ein Kind war, erschien das alles so viel interessanter für mich. Heute ist es eher so: Man verbringt den ganzen Tag mit Rappern, redet mit ihnen über Rap und dann geht man raus auf die Bühne und rappt und unterhält sich mit den Leuten über Rap und verkauft seine Rap-CDs und seine Rap T-Shirts und geht wieder zurück in den Van mit seinen Rap-Freunden und hört wieder Rap-Musik. Wenn ich zuhause bin, dann will ich keinen Rap hören. Ich will dann nicht auf Rap-Blogs rumhängen und irgendeinen Scheiß lesen. Aber gleichzeitig weiß ich, dass ich immer auf dem neuesten Stand bleiben muss, sodass ich nicht respektlos erscheine. Wenn ich jetzt einen Typen treffen würde, der Young Rody Loc heißen würde, und dieser Typ der heißeste Nachwuchsrapper wäre, oder wenn ein Typ namens Young Santo mich ansprechen würde und ich nicht wüsste, wer dieser Kerl überhaupt wäre, dann würde mich das wie einen Idioten aussehen lassen. So eine Person will ich nicht sein. Ich will andere Rapper nicht treffen, ohne zu wissen wer die sind.


Bevor du bei Rhymesayers unterschrieben hast, hattest du dein gesamtes Geld ausgegeben, um 10.000 Demos deines ersten Albums "Irreversible" zu kaufen. Diese Demos hast du dann an die Leute auf einer 2-monatigen Tour verteilt. Als du nach Hause gekommen warst, hast du dann gemerkt, dass deine Anstrengungen sich gelohnt hatten, weil die Leute dein Album tatsächlich bei iTunes als Vollversion gekauft hatten. Das war sicher eine Alles-oder-Nichts-Situation für dich. Denkst du oft darüber nach, wie es gewesen wäre, wenn dein "Demo-Hustle" zu nichts geführt hätte?

Grieves: Dann würde ich in irgendeiner Küche schuften, um meine Schulden abbezahlen zu können. [lacht] Aber ich bin froh, dass es anders gekommen ist. Als ich mich dafür entschied, dieses Risiko auf mich zu nehmen, wusste ich wozu es führen konnte. Aber wir haben es geschafft und das ist einfach großartig. Ich bin sehr glücklich darüber!


Budo, wo warst du eigentlich zu der Zeit, als Grieves die Aktion mit den Demos gestartet hat?

Grieves: Wahrscheinlich mit heißen Mädels auf irgendeinem Boot.

Budo: I was on a boat! [lacht] Nein, ich war irgendwo tief im Schnee in Illinois. Es war schrecklich. Es war glaub ich Herbst 2007 und ich zog gerade weg von Seattle hin zu Champaign, Illinois. Bei der Tour haben wir uns übrigens zum ersten Mal getroffen. Grieves war auch in der Stadt, in der ich jetzt lebe. Er kam vorbei und wir haben uns entschieden Musik zusammen zu machen.


Die nächste Frage bezieht sich auf jemanden, der eben noch hier im Raum war: Evidence.

Grieves: Maaaaaan, fuck that guy!


[lacht] Ich hab gelesen, dass er eigentlich auf "Together / Apart" gefeatured hätte sein sollte. Stimmt das?

Grieves: Ja, wir haben an einem Song mit ihm gearbeitet, aber sind leider nicht rechtzeitig fertig geworden.

Grieves & Budo

Das wäre bestimmt eine sehr interessante Zusammenarbeit geworden, denn ihr beide macht so unterschiedliche Formen von HipHop. Kann man sich euch als ebenso unterschiedliche Personen vorstellen?

Grieves: Yeah, aber weißt du, ich bin ein riesiger Evidence-Fan und auch ein riesiger Fan von The Alchemist. Aber nicht nur Westcoast-Sound wie diesen, auch alten Eastcoast-Rap wie Wu-Tang oder Mobb Deep feier ich sehr. Because it put edge to melody and harmony and I like that. Erst hörte ich ja Punk-Rock, aber als ich dann diese Musik kennenlernte, die melodisch war und gleichzeitig Ecken und Kanten hatte, war HipHop nicht einfach nur noch lustig für mich, sondern ich fing an, es wirklich richtig tight zu finden.

Budo: Ich glaube, wenn zwei Künstler zusammen arbeiten, dann kommt es weniger darauf an, dass beide ähnlich klingen oder eine ähnliche Hintergrundgeschichte haben, sondern dass ein gegenseitiger Respekt vorhanden ist. So that they can meet on each other's turf. Nehmen wir mal "Tragic" mit Brother Ali. [Anm. d. Rdk: Der Track ist auf dem aktuellen Album "Together / Apart" zu hören]. Ich denke der Song hat beide, Brother Ali und Grieves, ein wenig aus ihrer üblichen Rolle gelockt, aber beide haben sich auf vertrautem Grund wiedergetroffen. Das ist das coolste Ding an Kollaborationen: Du wirst Zeuge davon, wie zwei Künstler sich ein wenig aus dem Gewohnten heraus bewegen. Du hast sozusagen den Grieves-Kreis und den Brother-Ali-Kreis und beide überlappen ein wenig mit einander. Das mit Evidence zu verwirklichen wäre wirklich eine tolle Sache gewesen.


Einige von den Videointerviews, die von euch auf Youtube zu sehen sind, zeigen euch auf Rock oder Punk Festivals.

Grieves: Yeah! Die Warp Tour!


Auf diesen Festivals ward ihr die einzigen HipHop Künstler. Seid ihr auf irgendeiner Weise von all diesen Rock- und Punkkünstlern inspiriert worden?

Grieves: In diesem Sommer? Shit… Ich glaube, ich hab keine Ahnung. Das Wichtigste, was wir von all dem mitgenommen haben, war auf jeden Fall, dass wir die Möglichkeit hatten, vor einer Fanbase zu spielen, die sich sonst absolut niemals Zeit für uns nehmen würde. Und jetzt unterstützen sie uns! Für viele dieser Kids waren wir deren Einführung in den HipHop. Normalerweise würden viele dieser Kids niemals HipHop hören. Sie würden nicht mal auf die Idee kommen, es mal zu versuchen. Wenn du vor der Show zu ihnen gegangen wärest und gefragt hättest, ob sie eine HipHop Show sehen wollen würden, dann hätten sie dir in die Eier getreten.

Budo: [lacht]


Aber dann, als ihr auf der Bühne standet, fanden sie es sicher gar nicht so schlecht.

Grieves: So ist es.

Budo: Es war wirklich etwas Besonderes, vor diesen Kindern aufzutreten. Es war toll, dass dieser ganze Punk, Metal und Hardcore Shit um uns herum ablief, aber alleine dadurch haben wir uns auch sehr, sehr schnell von der Menge abgehoben, einfach weil wir andere Musik machen. Wir haben den Kids also einfach mal die Möglichkeit gegeben etwas anderes zu hören. Und es war sehr cool zu sehen, dass sich uns Kids öffneten, von denen du nicht erwartet hättest, dass sie unvoreingenommen und offen für andere Musik, als die, die sie normalerweise hören, sind. Das war wirklich dope. Bei unserer folgenden Headlining-Tour in den Staaten haben wir viele von diesen Kids bei uns im Publikum gesehen. Es war echt cool, sie außerhalb ihres gewohnten Umfelds zu sehen, sie mit unseren Fans aus der CunninLynguists Tour oder Mr. Lif Tour oder Atmosphere Tour zusammen zu sehen. Zeuge zu werden, wie all diese verschiedenen Gruppierungen zusammenschmelzen, ist einfach dope.


Aber dass ihr musikalisch von den Rock- und Punk-Künstlern, die ihr so kennengelernt habt, inspiriert worden seid, würdet ihr nicht sagen? Ihr könntet euch nicht vorstellen, einen Song zu produzieren, der stark von diesen Musikrichtungen inspiriert ist?

Budo: Wir sind von so vielen verschiedenen Stilrichtungen inspiriert, dass wir nie sagen werden: "Yo, wir machen jetzt einen Punk-Song oder einen Metal-Song oder einen Jazz-Song." All diese Einflüsse finden ihren Weg zu uns. Um deine Frage also zu beantworten: Einerseits ja, anderseits nein.


Grieves & Budo Ihr seid jetzt schon seit einer Weile in Europa. Was war eigentlich euer lustiges Erlebnis hier?

Budo: Ich glaube, das war, als wir das letzte Mal in Schweden waren, als einige Typen versuchten, Grieves zu töten, nachdem er ein Lied von Westside Connection performte. Wir spielten auf einem Festival in Malmö namens Malmö Fest im Sommer 2010 und nach der Show auf der Afterparty veranstaltete ein schwedischer Rapper namens Chords einen Open Mic Contest mit Looptroop, Grieves und einer gesamten Live-Band. Man sollte HipHop Cover Songs spielen, also spielte Grieves Westside Connections "Bow Down". [Anm. d. Rdk: Zu Deutsch "Beugt euch nieder"]

Grieves: Also ich fand gut, was ich gemacht habe! [lacht]

Budo: War es auch, aber irgendwie wurde es falsch aufgenommen. Da waren dann vier oder fünf schwedische Brecher, die gedacht haben, dass Grieves sie auffordert, sich niederzubeugen. Ich kann mich erinnern, wie Grieves von der Bühne gegangen ist, dann mit jemandem geredet hat und auf einmal habe ich ihn nichtmehr gesehen. Grieves war weg! Nach einer Zeit habe ich ihn wiedergefunden und er war umgeben von diesen fünf riesigen Typen, die nicht allzu fröhlich aussahen. Aber Grieves hat sich den Weg mit Bier freigekauft. Die Typen waren echt angsteinjagend und aggressiv.

Grieves: Sie wollten nichts hören, was ich zu sagen hatte. bis ich ihnen Alkohol angeboten hatte. Und dann waren wir plötzlich engste Freunde und die haben sich entschuldigt.

Budo: Bow Down!

Grieves: Yeah, bow down!


Letzte Frage, ganz klassisch: Habt ihr schon an neuem Material gearbeitet?

Grieves: Wir haben ein paar Dinge in der Mache, aber wir hatten noch nicht besonders viel Zeit, denn wir waren eigentlich nie zuhause. Und wenn wir bald nach Hause kommen, dann haben wir circa vier Tage frei, dann bin ich in Seattle, Budo ist in New York. Für neues Material müssen wir uns Zeit nehmen, die haben wir gerade nicht.

Budo: Wir wissen bereits, in welche Richtung wir mit neuem Material gehen wollen und wie wir anfangen wollen. Aber das ist es auch schon. Es gibt also kein Album, was am 23. April oder so rauskommt.

Grieves: Definitiv nicht!

Budo: Aber wir haben auf jeden Fall Bock demnächst wieder mehr zu machen!


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