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PA Sports im Interview
PA Sports
Nach seinem Debüt-Album "Streben Nach Glück" aus 2011 folgt nun mit "Vom Glück Zurück" das zweite Soloalbum des aus Essen stammenden, deutsch-iranischen Rappers PA Sports, welches am 13. April über Wolfpack Entertainment / Soulfood / Life is Pain erscheint.

Links:
facebook.com/PaSports45
Album Trailer (Video)

Snippet:
Audio Snippet | Video Snippet
Musik-Videos:
"Narben Der Zeit"
"Arazel Business" (feat. Nazar)
"Schick Mir Ein Zeichen" (feat. Moe Phoenix)
"Kurzer Prozess / Volles Magazin"
"Ich Wollte Nie Sein Wie Ihr"

Interview

PA, du wohnst ja jetzt in Hannover, bist aber gerade seit längerer Zeit mal wieder in Essen unterwegs, der Stadt in der du groß geworden bist. Wie ist es für dich, wieder hier zu sein?

Ich hatte ja wirklich eine mentale Krise, als ich von hier weggezogen bin. Das ist jetzt schon mittlerweile drei bis vier Monate her. Jetzt freut es mich aber, auch mal wieder hier zu sein. Klar, mich haben viele Probleme dazu bewogen, hier wegzuziehen, für eine Woche aber mal bei Familie und Freunden zu sein, ist richtig geil. So kann man die Stadt ertragen!


Mehr über die Gründe für deinen Umzug nach Hannover erfährt man ja auf dem Track „Ich Muss Gehen“ von deinem neuen Album „Vom Glück zurück“. Dein neues Album beschreibst du ja als die Fortsetzung deines ersten Albums „Streben nach Glück“. Worin aber würdest du sagen unterscheiden sich die beiden Alben am meisten?

„Vom Glück Zurück“ ist viel reifer und erwachsener geworden. Man kann das so sehen, dass ich auf der ersten Platte eine Person verkörpert habe, die mitten in Krisen steckt, sich darüber aufregt, jammert und ausbrechen will. Eine Person, die meint, dass sie mit Erfolg und Ruhm all ihre Probleme beiseiteschaffen könnte. Auf „Vom Glück zurück“ sehe ich aber, dass das mit dem Erfolg und Ruhm nicht das wahre Leben ist. Das Album ist noch viel tiefsinniger, trotzdem sind die härteren Tracks härter denn je. Das Album hat aber auf jeden Fall einen roten Faden und knüpft dort an, wo das letzte Album aufgehört hat.


Das mit dem Ruhm sprichst du ja auch in dem Videotrailer zum neuen Album an [Anm. d. Rdk.: siehe Link oben in der Infobox]. Ich muss aber sagen, dass ich ein klein wenig irritiert war, da es mir bei deinem ersten Album gar nicht so vorgekommen ist, als wärest du nur auf der Jagd nach Ruhm und Glamour gewesen, gerade auch weil du Lines hattest wie „Ich will nicht viel, Homie, ich will doch nur leben“. Mir kam es immer vor, als würdest du Glück eher als etwas Idealistisches, als etwas Materialistisches ansehen…

Richtig, nur auf Ruhm bezogen ist vielleicht auch etwas hart ausgedrückt, aber du musst dir das so vorstellen: Wenn man ein Junge ist wie ich und einfach musikalisch noch nicht den richtigen Durchbruch erlebt hat, dann denkt man sich, egal was für Krisen man hat: Wenn es mit der Mucke endlich klappt, dann läuft es, dann bin ich der King. Und gerade in Deutschland und in der heutigen Internetzeit kannst du mit einem Video, das durch die Decke geht, auch echt einen krassen Bekanntheitsgrad erlangen. Mit einem Albumrelease, wie ich es an den Tag gelegt habe, führst du dann schon fast ein Leben wie ein Star. Aber ich habe gemerkt, dass das einfach nicht mein Film ist. Ich habe letztens auch mal Kay Ones neues Album gehört [Anm. d. Rdk.: „Prince of Belvadair“], der ja auch davon erzählt, wie ihn das alles belastet. Er ist dann aber ein Mensch, der sich Jacky und Jim gibt, auf die Party geht, das lebt und das feiert. Ich bin aber jemand, der das alles nicht so wirklich verstehen kann, das ist für mich nicht greifbar. Und das habe ich auch versucht, mit dem Trailer auszusagen.


PA Sports Im Trailer sagst du ja auch, dass du dein „Leben, das echt wahr“ vermisst. Auf welchen Lebensabschnitt beziehst du dich damit?

Auf den, den ich auf „Streben nach Glück“ verarbeitet habe. Vielleicht wurde man dort in der Liebe enttäuscht, man hatte Stress mit Freunden oder ist im Knast gelandet, aber all diese Dinge sind auch echt gewesen. Früher dachte ich immer, dass es irgendwo das restlose Glück zu finden gibt, aber mittlerweile habe ich gelernt, dass es keinen Punkt im Leben gibt, an dem alles wirklich cool ist. Es gibt immer Dinge, die einen wieder zurückwerfen.


Aber solange diese Dinge echt sind, ist dir das lieber als irgendeine Glamour-Welt, richtig?

Richtig, genau so.


Für dein neues Album hast du mit „Wahre Liebe 2012“ ja ein Remake von einem Curse-Song aufgenommen. Weiß Curse eigentlich davon?

Nein, bis jetzt nicht, aber ich denke er wird es mitkriegen. Und ich glaube auch, dass es jemanden wie Curse freuen könnte, da er vielleicht mit Leuten, die rappen und so aussehen wie ich, in der Vergangenheit nicht viel anfangen konnte. Vielleicht weil er auch oft von solchen Leuten gedisst wurde. Für mich ist es auf der einen Seite einfach ein krasser Track, weil er unglaublich viel von dem wiedergibt, was ich insgesamt auf dem Album preisgebe, anderseits zeige ich damit aber auch einfach meinen Respekt und sage, dass es einer der krassesten Tracks der frühen 2000er war. Damit die Leute mal verstehen, dass ich nicht erst rappe, seit es Bushido gibt.


Ist Curse für dich generell immer eine Inspiration gewesen?

Zu der damaligen Zeit, als Curse mit so einer Mucke am Start war, ich um die 11-12 war und gerade mit Rap angefangen habe, war Azad für mich der King. „Leben“ und „Faust des Nordwesten“ waren die Über-Alben für mich. Wenn mich also etwas aus dem Deutschrap auf meinem Weg beeinflusst hat, dann wäre Azads Musik glaube ich die einzige, der ich das anrechnen könnte. Curse habe ich trotzdem immer sehr gefeiert, er hatte sehr krasse Texte. Ich habe ihn nur nicht so sehr gefeiert, wenn er Battle-Rap gemacht hat, weil das einfach nicht zu ihm gepasst hat. Was seine tiefen Songs angeht, gibt es aber wenige, die ihm in Deutschland etwas vormachen könnten.


Hast du jemals in Erwägung gezogen, ein Remake von einem Azad-Song zu machen?

Ja, damals als ich mit Tua den Song für mein letztes Album gemacht habe, hatten wir erst die Idee, „Mentale Krisen“ neu zu machen. Da hat Tua auch einen Beat für produziert und mir geschickt, das stand also alles soweit schon. Als ich dann aber den „Ich hasse dich“-Beat gehört und die Idee dafür gehabt habe, habe ich das Azad-Remake doch beiseitegelegt.


Auf deinem neuen Album gibt es ja unter anderem Features von Nazar und Vega zu hören. Wie sind die Zusammenarbeiten mit den beiden zustande gekommen?

Ich habe mal eine Zeile von Nazar falsch verstanden und habe dann ein bisschen gezwickt, gekratzt und es gab ein paar Reibungen. Dann kam es aber zu einem Telefonat, bei dem ich merkte, dass er menschlich wirklich ein Killer-Typ ist. Und das im deutschen Rap-Geschäft, wo ich schon viele falsche Leute kennengelernt habe. Nazar aber war sehr gerade zu mir, er ist ja auch mein Landsmann. Als wir uns dann zum ersten Mal in einem Club gesehen haben, kamen wir richtig gut miteinander klar und haben Party gemacht. Da war es dann logisch, dass da irgendwann mal etwas zustande kommen wird. Bei Vega war es so, dass ich ihn schon lange auf dem Schirm hatte. Dann bei der letzten Promo-Phase zu seinem Album „Vincent“ hat er mir in jedem Interview Props für mein Album gegeben und hat gemeint, dass ich letztes Jahr wirklich eines der besten Alben abgeliefert habe. Und das fand ich schön, gerade weil es wenige Rapper in Deutschland gibt, die die Eier haben, so etwas in der Öffentlichkeit zu sagen. Die Kids würden gar nicht glauben, wie viele ihrer Idole zu mir kommen und mir Props geben. Vega hat das aber offen gemacht und dadurch, dass ich eh mit Freunde von Niemand im Kontakt war, war dann auch der Kontakt mit Vega sehr schnell da. Bei Vega wusste ich dann auch direkt, dass gegenseitiger Respekt da war. Der Song ist auch überkrass geworden.


Ein anderes Feature auf deinem neuen Album kommt von Alpa Gun. Euer gemeinsamer Song heißt „Alles Filme“, der ja, denke ich, davon handelt, dass viele andere Rapper in ihren Texten immer nur übertreiben und lügen. Warum kann Rap deiner Meinung nach nicht einfach nur pure Unterhaltung wie so mancher Film sein?

Ich war ja nie so ein Typ, der es nicht feiern kann, wenn Rap nur Entertainment ist, nicht auf einer wahren Geschichte basiert und man weiß, dass der Typ nicht das getan hat, worüber er rappt. Gute Mucke ist gute Mucke. Aber in den letzten zwei Jahren ist es wirklich extrem geworden. Es geht nicht mehr darum, was für einen musikalischen Anspruch du hast, es geht nicht mehr darum, wie geil du rappen kannst, sondern es geht einfach nur noch darum: Hab ich die krassesten Leute im Video? Kann ich die krassesten Autos ins Video holen, die eigentlich gar nicht mir gehören? Mittlerweile ziehst du mit irgendwelchen Videoblogs, in denen du irgendwelche behinderten Sachen machst und zeigst wie asozial du sein kannst, mehr Fans an, als mit geilen Songs. Und das ist einfach etwas, das mich übelst abturnt. Ich weiß, dass es Alpa auch abgeturnt hat und gerade weil wir, besonders Alpa, auch immer Stress mit irgendwelchen Leuten hatten, die zu viele Filme machen, haben wir den Song aufgenommen. Ich mag es, wenn Battle-Songs auch ein Konzept und eine Message haben.


PA Sports Auf „Narben der Zeit“, der ersten Vorab-Single des Albums, rappst du: „Man, ich riss meinen Eltern das Herz aus der Brust / Noch bis heute macht der Schmerz sie kaputt“. Wie würdest du das momentane Verhältnis zu deinen Eltern beschreiben?

Das Verhältnis zu meiner Familie war immer sehr gut, ich war nie jemand, der von seiner Familie weggestoßen werden würde, weil das überhaupt nicht zu unserer Mentalität und Kultur passt. Aber es gab eine Zeit, wo ich viel Schaden angerichtet habe, was meine Familie nicht gewohnt war, da ich ja aus einer Akademiker-Familie komme. Ich war der erste, der mit seiner Musik in eine andere Richtung gegangen ist. Das war halt eine schwere Zeit. Wenn man aber viele Erlebnisse miteinander hat, auch vieles passiert, was wehtut, schweißt das einen einfach zusammen. Meine Eltern sehen natürlich auch, dass ich erwachsen geworden bin und viele Dinge für mich keine Option mehr sind. Da haben sie wieder komplettes Vertrauen in mir.


Was geben deine Eltern für ein Feedback zu deiner Musik?

Damals gab es ja nur den fetten Major-Deal. Da liefst du den ganzen Tag im Fernseher und jeder bekam es mit, dass du ein Star warst. Heutzutage gibt es beispielsweise Farid Bang, der 500.000 Likes bei Facebook hat und sechs Millionen Klicks bei YouTube, aber jemand wie meine Eltern würden ihn niemals kennen oder sehen. Deswegen merken meine Eltern nicht so viel von dem, was um mich herum passiert, aber sie spüren schon ein bisschen, dass da mittlerweile was geht. Und sie haben auch eingesehen, dass die Industrie sich ein bisschen verändert hat. Wenn ich dann also sage, dass es gut läuft, auch wenn ich nicht den ganzen Tag im Fernseher zu sehen bin, finden sie das cool. Sie sind natürlich auch froh, dass ich nicht die asozialste Mucke von allen mache.


Kommt es auch mal vor, dass du dir gemeinsam mit ihnen ein Track von dir anhörst?

Ich bin ja ein Mensch, der sehr viele Gefühle in sich hat, sie aber nicht sehr gut zeigen kann. „Happy End“, das Outro von meinem neuen Album, ist meiner Familie gewidmet und das könnte ich mir beispielsweise nie zusammen mit meinen Eltern anhören. Ich könnte es höchstens anmachen, dann aus dem Raum rausgehen und nach fünf Minuten wieder kommen. Da bin ich ein ziemlich verschlossener Typ. Aber ich weiß auch, dass besonders meine Mutter seitdem ich weggezogen bin, guckt, was ich mache. Zum Beispiel, als ich das Ding mit Nazar herausgebracht habe, kam auf einmal ein Anruf: „Was machst du da mit nackten Frauen?“ [lacht]


Nach der Vorab-Single „Narben Der Zeit“ hast du „Arazel Business“ als erste offizielle Video-Auskopplung veröffentlicht. Es gibt denke ich nur wenige Songs auf „Vom Glück Zurück“, die in die Richtung von „Arazel Business“ gehen. Warum dann mit „Arazel Business“ den harten Banger als erste richtige Videoauskopplung? Wirft das nicht ein falsches Licht auf dein Album?

Das hatte eigentlich überhaupt keinen marketingtechnischen, durchdachten Grund. Wir haben den Song zur Endphase der Albumproduktion gemacht und ich habe ihn einfach so mies weggefeiert! Gerade weil auch die restlichen Auskopplungen tiefgehender sind, möchte ich natürlich auch mal was abliefern, was die puren Rap-Fans hören können, die nicht so auf den Gefühlsscheiß stehen und mich etwa auch für meine „100 Bars“ gefeiert haben. Da hab ich den Anfang für genutzt, da ich weiß, dass der Hype kurz vor Release natürlich viel stärker ist und dann will ich mit den thematischen Sachen an den Start gehen.


Solche thematischen Sachen wie eben auch „Schick mir ein Zeichen“. Der Track handelt ja davon, wie du die Abtreibung deines Kindes bereust. Nur um das mal chronologisch nachzuvollziehen: Im Song sagst du, dass du 20 warst, als das mit deinem Kind passiert ist und dein Debüt-Album kam ja kurz bevor du 21 wurdest. Das heißt also, dass das, was du auf „Schick mir ein Zeichen“ schilderst, noch während der Arbeit an deinem Debut-Album passiert ist.

Das passierte ungefähr vier, fünf Monate vor Release meines Albums, das ist also knapp zwei Jahre her. Aber es ist jetzt nichts, worüber ich mir bis heute jeden Tag den Kopf zerbreche. Zur damaligen Zeit war es aber sehr komisch und mir tat es auch sehr weh. Der Text ist also schon sehr alt, ich hatte den Song schon auf einem anderen Beat aufgenommen. Der neue Song kam jetzt vor drei, vier Monaten zustande. Der hat ein geiles Thema, ist real, passt zu mir und ist, was die Hook und die Produktion angeht, trotzdem sehr kommerziell, kann also eine breite Masse ansprechen. Und alles, was ich im Kopf hatte, das hat auch bis jetzt funktioniert: Wir hatten 200.000 Klicks in zwei Tagen.


Ist „Schick mir ein Zeichen“ der Track auf dem Album, der dir am meisten bedeutet?

Meine Musik steht ja dafür, dass sie sehr tiefsinnig ist und jeder Song, der irgendwie deep ist, hat einen sehr persönlichen Hintergrund, sodass ich nicht sagen kann, welcher Song mir am wichtigsten ist. Zum Beispiel ist auf dem Album auch ein Song wie „Eiskalt“ drauf, auf dem ich ein Thema behandle, dass mir sehr wichtig ist. „Ich Muss Gehen“ ist auch ein sehr persönlicher Song. Den habe ich drei Tage bevor ich aus Essen rausgekommen bin aufgenommen und das war auch ein sehr sentimentaler Augenblick für mich. Auf „Ich Wollte Nie Sein Wie Ihr“, eine weitere Video-Auskopplung des Albums, bringe ich eine Message rüber, die auch für einige Rapper in Deutschland eine Backpfeife sein wird. Da gibt es also einige Songs, die mir sehr am Herzen liegen, das sind alles meine Babies.


Auf „Schick mir ein Zeichen“ nennst du ja keine Namen. Wenn man aber so versucht, deine Songs zu verbinden, könnte man auf die Idee kommen, dass das Mädchen, mit dem du die Sache mit der Abtreibung durchlebt hast, diejenige ist, über die du auf „Azizam“ sprichst. [Anm. d. Rdk.: Der Track „Azizam“ ist Track 15 auf PAs Debüt-Album „Streben nach Glück“]

Du bist gut, aber jetzt frage ich dich was: Hast du das erste Album richtig gefeiert? Hast du dich da richtig mit beschäftigt?


Bei mir läuft immer sehr viel Ami-Rap. Das Album habe ich als ehrliche, gute Musik angesehen, aber es lief bei mir nicht oft.

Okay. Ich frage dich, weil es meiner Meinung nach wirklich nur jemand deuten kann, der das Album so richtig wie meine Fans gepumpt hat und aus jedem Song Zeilen auswendig kann. Derjenige wird das verstehen. Andere Leute nicht, aber die fühlen, dass es echt ist. Das ist glaube ich sowieso eine meiner Stärken: Was ich rappe, das wird mir abgekauft, weil man in meinen Augen und meiner Gestik sieht, dass es nicht gelogen ist. Und das machen meiner Meinung nach wenige in Deutschland. Man sieht, dass viel aufgesetzt ist. Wenn PA Sports ein schönes Liebeslied gemacht hat und auf einmal auch alle anderen mit Liebesliedern um die Ecke kommen, dann weißt du einfach, dass die Stories nicht stimmen.


Deine Songs miteinander zu verknüpfen und die Fans ein bisschen rätseln zu lassen scheint dir also wichtig zu sein.

Ja, das ist genau das, was mir gefällt. Das ist für mich ein Album. Wenn ich einfach 16 Tracks zusammen haue, dann ist das für mich ein Mixtape. Wenn das ganze Ding aber einen roten Faden hat, dann ist das für mich ein Album. Das ist maßgebend für mich.

MoTrip

Auf deinem letzten Album waren zwei Gastauftritte von Kianush zu hören. Warum ist er nicht auf deinem neuen Album zu hören?

Kianush ist nicht drauf, weil er inhaftiert ist. Er ist meiner Meinung nach einer der besten Rapper Deutschlands. Ich hätte ihn sehr gerne auf meinem Album gehabt und er hat auch noch viele Parts draußen, die er vor seiner Inhaftierung aufgenommen hat, aber er ist halt sehr perfektionistisch und wollte nicht, dass irgendwas Altes von ihm auf die Platte kommt. Ich hätte es getan, weil ich viele von seinen Sachen feiere, die er vorher aufgenommen hat, aber er sagte: „Nein, warte einfach, bis ich wieder raus komme und dann drehen wir wieder richtig durch.“ Das habe ich dann respektiert.


Ein anderer Newcomer, der auf deinem neuen Album einen Gastpart hat, ist Hamad 45. Kannst du ihn uns vorstellen?

Hamad ist jetzt bei Ruhrpott Illegal gesigned. Wir sind ja hier gerade in der MUPA in Essen und drehen ein Video von KC Rebell, weil er auch bald um die Ecke kommen wird und Hamad hat gerade parallel dazu auch seinen ersten Videodreh. Ich denke, dass er Streetrap-mäßig dieses Jahr einen krassen Hype haben wird. Er ist auch einer der Rapper von der Straße, die wirklich echt sind. Wir haben auch eine krasse Geschichte miteinander. Wir haben uns in der JVA in Wuppertal kennengelernt, als ich inhaftiert war. Er ist mir sehr ans Herz gewachsen zu der Zeit. Oft verliert man sich dann wieder aus den Augen, wenn man sich im Knast kennengelernt hat, aber wir sind echt sehr dick miteinander geblieben. Er ist wirklich jemand, der einen sehr echten Hintergrund hat, aber trotzdem richtig geil rappen kann. Der hat Ahnung von Flows und Rhymes, und das ist etwas, das muss für mich gegeben sein muss. Er wird auf jeden Fall auch seinen Weg machen.


Dann können wir da ja in Zukunft sicherlich einiges erwarten. Noch mal zurück zu „Arazel Business“. In dem Track sagst du ja, dass du für „Rap ohne Kompromisse“ stehst. Könntest du dir aber auch mal vorstellen, genreübergreifend zu arbeiten und experimentellere Sachen zu machen?

Ja, ich hatte zum Beispiel schon immer Bock auf rockige Beats zu rappen, viel E-Gitarre anstatt Synthie und Piano. Aber da sind mir einige Leute zuvor gekommen. Ich bin dann nicht so jemand, der so etwas als zweites machen will. Mir ist schon wichtig, mit meiner Musik irgendetwas zu revolutionieren.


Eine sehr schwierige Aufgabe, wenn man bedenkt, dass vieles, was soundtechnisch in Deutschland passiert, ursprünglich aus Amerika kommt.

Richtig, das ist schwierig, aber ich beziehe das alles auf das, was um mich herum in Deutschland passiert. Ich kenne sehr viel Ami-Rap und habe mir da sehr viel Know-How und Knowledge, die man als Rapper haben sollte, reingeholt, aber Ami-Rap war nie das, womit ich aufgewachsen bin und deswegen kann ich davon auch nicht beeinflusst sein. Aber wahrscheinlich sind Deutschrapper, von denen ich beeinflusst bin, von den Amis beeinflusst und dann bin ich automatische wieder von den Amis beeinflusst. [grinst] Ich finde aber, dass Deutschrap in den letzten Jahren sehr wild war und mit meiner Mucke mache ich dann etwas, was kein anderer zurzeit macht. Auch wenn vielleicht Vega in die Richtung geht, finde ich, dass da noch Welten dazwischen liegen. Er macht es auf seine Art und Weise, ich auf meine. All die Fans und die Leute, die meine Musik hören, freuen sich auch darüber, dass mal wieder so etwas an den Start kommt. Als ich zum ersten Mal Dubstep gehört habe, hatte ich auch die Idee, mal ein ganzes Album auf Dubstep zu machen, aber…


… das war dann auch wieder zu schnell ausgelutscht.

Ja, viele Leute, die solche Ideen haben, setzten das dann auch immer direkt um. Ich nehme mir eher mehr was vor und lass es dann auf mich zukommen.


PA Sports Manuellsen wurde in einem Interview mit HipHop.de im Februar nach seinem Verhältnis zu dir gefragt und er sagte: „Ich habe keinen Stress mit PA und werde auch nie Stress mit ihm haben […] Manchmal streiten sich Brüder einfach und reden Jahre lang nicht miteinander.“ Würdest du das unterschreiben?

Die Sache ist die: Ich weiß, dass Emanuel das selbst nicht so sieht und dass ihn das nach der ganzen Zeit auch mitgenommen hat, aber er probiert es halt nach außen hin so klein wie möglich darzustellen. Ich respektiere das auch und ich bin auch nicht an dem Punkt, wieder darauf rumtrampeln zu müssen. Auch mich hat das damals mitgenommen, weil das ganze Pottweiler-Ding keine Rapcrew wie viele andere in Deutschland war. Wir waren wirklich eine Familie und waren über sechs, sieben Jahre wirklich eng miteinander. Wenn er das so sagt und im Herzen auch so meint, ist das eine coole Aussage, aber meiner Meinung nach kommt das nicht von seinem Herzen. Wenn er mit dieser Einstellung und mit dieser Art, mit der er öffentlich über mich redet, jemals auf mich zugekommen wäre, dann wäre das alles auch schon längst wieder anders.


Blicken wir zum Schluss noch ein bisschen in die Zukunft. Was haben KC Rebell und du in Zukunft noch mit eurem Label Life is Pain vor?

Die Sache ist: Life is Pain haben KC und ich gegründet, aber das soll jetzt nicht so aussehen, dass Life is Pain ein Label von Rappern ist, weil ich diese Rapper-Politik gar nicht mag. Das heißt, wenn wir morgen jemanden auf dem Label signen, dann ist das ein eigenständiger Künstler. Deswegen haben wir auch mittlerweile Leute bei Life is Pain, die einfach Büroarbeit machen und das Ding so vorantreiben. Das ist nicht so, dass KC und ich dieses Label machen. Wir haben das ins Leben gerufen und in den letzten Monaten wirklich versucht, daraus eine Firma zu machen. Wenn also jemand bei Life is Pain als Künstler an den Start kommt, dann wurde er nicht von KC und PA gesigned und er bekommt die selbe Außenpräsentation wie wir.


Alles klar. Dann danke ich dir für das Interview und viel Erfolg mit dem neuen Album.

Dankeschön, hat mich gefreut. Und jetzt ab zum Videodreh. Ihr wisst Bescheid: 13.04 - alle Album kaufen und in den Laden laufen. Laufen, kaufen oder saugen, aber nicht im Internet, sondern am Pillemann, wie ich so schön in den letzten Wochen sage.


Interview und Text von Gordon Wüllner aka Mr. BH
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