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Private Paul im Interview
Private Paul
Der Emopunkrapper Private Paul schlägt mit seinem Alter Ego Kash zu und veröffentlichte im August sein neues Werk "S.U.F.F." - ein Akronym, das nicht allzu schwer zu entziffern ist. Nur ein halbes Jahr später folgt mit "Schwarzweissrot" bereits ein weiteres Album, der offizielle Nachfolger zu Private Pauls Debütalbum "Emopunkrap". Wir haben mit Private Paul aka Kash ein interessantes Interview geführt über das Album und über die nahe Zukunft seines Schaffens.

Links:
facebook.com/emopunkrap

Reviews:
"Emopunkrap" Review
"S.U.F.F." Review
"Schwarzweissrot" Review
Musik-Videos:
"Frei"
"Ein Schluck Mut"

Snippet:
"Schwarzweissrot" Snippet

Interview

Paul, du hast vor kurzem dein Album "S.U.F.F." veröffentlicht. Kannst du uns ein wenig zu der Entstehungsgeschichte des Albums erzählen?

Ich hab ‘n Haufen Beats gebaut, davon ‘n paar gute genommen und darauf Texte geschrieben. Diese hab ich dann aufgenommen und ein paar Presets draufgeschmissen. Hier und da noch bisschen lauter und leiser gemacht, und fertig war‘s (grinst).


Keine besondere Überraschung also. Du hast erwähnt, dass du die Beats gebaut hast. Kommen keine Produktionen von anderen Künstlern für dich in Frage oder siehst du dich da als zu eigen an, um vielleicht auch passende Beats für dich zu finden bei anderen Produzenten?

Die Frage hab ich mir selbst schon oft gestellt. Die Antworten waren mannigfaltig! Größtenteils kam ich aber zu dem Schluss, dass das für Aalben jedenfalls nicht in Frage kommt. Alles andere kann man dann im Einzelfall sehen. Wenn einer mir den Beat des Jahrhunderts hinlegt, nehm‘ ich den natürlich. aber für Releases will ich immer gern ein nahtloses Soundbild haben, deswegen wird nicht irgendwas zusammengewürfelt. Für random Besoffen-Aftershow-Spaßtracks kann natürlich gern alles genommen werden, was da ist, auch wenn ich da meistens auch alles scheiße find‘. Ich hab glaub ‘nen komischen Beatgeschmack.


Ich würde jetzt zwar nicht sagen, dass dieser komisch ist, sondern eben etwas anders klingt als die üblichen deutschen Produktionen - sehr minimalistisch, roh und auf wenige Elemente im Arrangement reduziert. Erinnert zuteilen an Underground Ami Beats aus den 90ern, wie ich finde. Sind da vielleicht auch die Einflüsse für deinen Sound zu finden?

Hä, das wären die letzten Attribute gewesen, die ich meinen Beats zugeschrieben hätte. (lacht) Ich find eher, sie sind oft überladen und vollgepackt, mit einem Maximum an irgendwelchen möglichst verzerrten und verhallten Geräuschen. Meistens Geigen, Gitarren und Chöre. Zu Underground Ami Beats aus den 90ern kann ich nix sagen, weil ich keinen einzigen kenne. Ich hör generell keinen Rap. schon gar keinen Amirap und erst recht keinen Underground-Amirap.


Sondern?

Willste ‘ne Auflistung von allen Genres, die sich in meiner Playlist tummeln? Ich hör grundsätzlich alles was ich hab auf Shuffle.


(lachend) Wirf uns doch erstmal ein paar Begriffe hin!

Also die zwei größten Anteile werden wohl sicher Hardcore/Hardstyle und Metalcore sein. Davon abseits jeweils noch alles was in der näheren Umgebung gut ist, und sonst auch generell was gut ist bzw. was ich als gut empfinde.


Private Paul Trotz deines eigenen Geschmacks für Musik, der ja nun in eine gänzlich andere Richtung geht, machst du Rap Musik. Wie bist du bei Rap hängen geblieben und werkelst nicht in den Genres, die du gerade genannt hast?

Das tu ich und hab ich immer getan. Es ist nur sehr viel schwieriger eine Ein-Mann-Metalband oder ein EDM-Produzent mit mehr als 50 Likes zu sein, als Rapper. Ich versuch das halt einfach hier und da mal einfließen zu lassen, aber grundsätzlich hab ich damit halt vor hundert Jahren irgendwann mal angefangen und es scheint ein paar Leuten zu gefallen, also warum nicht weitermachen? Macht ja auch spaß manchmal.


Dabei entstehen dann eben auch mal so Projekte wie zuletzt S.U.F.F. Kommen wir nun mal zu den Inhalten des Albums, die ja nun wirklich an einer Hand abzuzählen sind. Alkohol und Frauen sind das Hauptthema des Albums. Glaubst du, dass diese beiden Themen so universell sind, dass sie niemals "ausgeschöpft" werden können?

Naja, es sind halt auf jeden Fall Themen zu denen man immer noch irgend‘ne neue Scheiße erzählen kann, die noch keiner vorher gesagt hat und wenn doch, hat man‘s schon vergessen weil es untergeht zwischen tausend anderen Alkohol-und-Frauen-Tracks. Das soll jetzt ja auch nicht irgendwie das Manifest meiner Weltanschauung gewesen sein oder so. Ich wollt mal wieder n paar dumme Sprüche machen, was Lustiges wo man hin und wieder über ‘ne Line lachen kann und mal ganz abgesehen davon behaupte ich, dass die Inhalte des Albums doch wohl sehr viel differenzierter sind als "Alkohol und Frauen"!


Das wollte ich jetzt auch gar nicht behaupten, dass es nur diese beiden Themen gäbe auf dem Album, aber nach deinem Kommentar zu meiner Review, wollte ich das jetzt einfach mal einwerfen. (lacht) Du kannst ja gern noch ein bisschen zu den weiteren Inhalten etwas erzählen, wenn du magst.

Da hätten wir zum Beispiel: "Gesellschaft scheiße finden", "Frauen schlagen", "Drogen nehmen", "Unbekannt sein und das Rapgame scheiße finden", "Saufen und unnütz Rumhängen", "Polygamie", "Der Lifestyle des Bosses", "Saufen in der Disco", "Saufen und Frauen abschleppen in der Disco", ne Hook die nach vorne geht, "auf ‘ner Party saufen und sich daneben benehmen", "im Club saufen und ‘ne random Tussi abschleppen", "Am nächsten Morgen Schädel haben aber trotzdem saufen". Also wenn das keine differenzierte Betrachtungsweise der oben genannten Thematiken ist, dann weiß ich auch nicht!


[lacht] Wenn wir gerade schon beim Thema Sarkasmus sind, der Track "KASHDERBOSS" schießt ja schon in eine sehr auffällige Richtung, in dem er nicht nur namentlich Kollegah und Konsorten ähnelt, sondern auch soundtechnisch die Kollegen recht witzig parodiert. Wie kommt es, dass du, trotz des Umstandes auf die Atmosphäre achten zu wollen, wie du es zuvor noch in deiner Frage zu den Produktionen gesagt hast, den Track mit aufs Album nimmst?

Der Track "schießt" in überhaupt keine Richtung. Das kam nur dadurch zustande dass ich beim VBT mal ein bisschen Spaß gemacht hab und "KASHDERBOSS" in ‘ner Hook gesungen hab, weil sich zu der Zeit plötzlich alle "..derboss" genannt haben, um zu unterstreichen dass sie der Boss sind oder so. Ein paar Wöchlein später wurde ich dann regelmäßig mit "KASHDERBOSS"-Chören begrüßt und irgendwie schienen das alle relativ lustig zu finden. Also musste natürlich der entsprechende Track her. Ich find außerdem, dass der [Track] die Atmosphäre nicht unterbricht, sondern nur färbt. Ich wollte nämlich nicht das böse hasserfüllte Album machen, dass es wohl scheinbar teilweise doch geworden ist, sondern eher was lustiges mit Augenzwinkern und Spaß. Und ein Spaßtrack is ja wohl mehr als genug.


Du hast ja auch noch Mejicano Lifestyle drauf, der meiner Meinung nach aber besser ins Gesamtbild passt als "KASHDERBOSS" (lachend).

Ja stimmt. Der musste sein, weil alle Welt (!) WS Lifestyle so gefeiert hat. Aber da siehste‘s schon. Jetzt haben wir sogar schon 2 Spaßtracks. Da kann keiner mehr sagen das wär kein lustiges Album und wenn wir weitersuchen finden wir sicher noch einen.


Die albernen und, aus meiner Sicht, überflüssigen Skits beispielsweise?

Ich hab‘s mir schon gedacht, dass du damit jetzt kommst - ja die sind tatsächlich blöd und machen die Atmosphäre kaputt und gehen einem auch nach 2 Mal hören auf‘n Sack. Aber immerhin sind sie 2 Mal lustig. Und die Tracklist sieht auch praller aus. Davon mal abgesehen hab ich erst gestern gehört, dass jemand schlaflose Nächte als Klingelton hatte. Was sagen Sie nun!


Über Geschmack will ich jetzt sicherlich nicht streiten. Wenn wir grad auch mal das WeisseScheisse Thema angesprochen haben, verfolgst du die alten Kollegen noch?

Ich verkneife mir ein flaches Wortspiel mit "verfolgen" und sage: Nein.


(lacht) No pun intended. Alles klar. Wir haben jetzt ein bisschen über S.U.F.F. geredet - wie sieht es mit der nächsten Veröffentlichung aus - schon etwas geplant? Emopunkrap #2?

Ja, genau das.


Steht für das Projekt schon etwas?

Einen Track wollt ich wohl noch machen, wo ich ‘n bisschen rumschrei und wütend bin, sonst ist alles fertig.


Private Paul Magst du schon ein bisschen was darüber erzählen? Du hast vor kurzem auf deiner Facebook Seite geschrieben, dass du von EPR2 selbst Gänsehaut bekommst. Wodurch ist dieses Gefühl induziert?

Also in dem speziellen Moment war es ein bombastisches Intro, welches eine ungeahnte, sich durch eine gewaltige kick und einen markzerfetzenden Bass entladende Spannung erzeugt hat. In einer Komposition mit den üblichen Atmosphärengeigen und meinem unvergleichlichen Charme in der Stimme war das schon ein gutes Gefühl. Ein seltsames, gleichsam unangenehmes und doch wunderschönes Gefühl. Und sonst sind halt die Texte und Beats generell ziemlich nice. also mir gefällt‘s ganz gut.


Textlich gehst du also wieder unter die Haut - dieser pun ist jetzt mal wirklich gewollt!

(lacht) Ja das tu ich tatsächlich. In mehreren verschiedenen Variationen und manchmal sogar noch weiter! Bei privaten Prelistening-sessions mit random Suffatzen hab ich hier sogar schon mal das ein oder andere Tränchen gesehen, es scheint also zu funktionieren!


Sind das auch die Momente, in denen du merkst, dass du als Musiker auch andere Menschen erreichst? Also nicht nur, dass der Sound irgendwo ins Ohr geht, sondern eben auch berührt. Wie gehst du damit um?

Das ist und war für mich ja irgendwie immer die einzige Motivation überhaupt Musik zu machen. Einfach zum spaß irgendwas rumklimpern ist schön und gut, aber das ist dann halt auch eben wertlos für mich. Ich hör keine Musik, die mich nicht berührt oder mir nicht irgendein, meist melancholisches oder trauriges Gefühl gibt. Und ebenso versuche ich auch Musik zu machen die möglichst starke Emotionen auslöst. Punchlines und Doubletimes sind schön und gut, aber die "großen" Tracks sind für mich jedenfalls - immer die gewesen, die einen ganz tief berühren. Für mich ist es die höchste Ehre wenn ich sehe, dass Leute davon getroffen sind. Es bestätigt mich darin, das so gemacht und gesagt zu haben, weil man nicht anfängt zu heulen wegen etwas, was man nicht ganz tief fühlen kann. Insofern freut es mich wenn Leute das hören und sich verstanden fühlen. Wenn ich merke, dass ich wohl irgendwo so ‘ne Art Gabe hab Sachen so zu formulieren, dass der ein oder andere denkt – “das sind meine Gedanken, das hätte ich niemals für möglich gehalten, ich bin doch nicht allein".


Glaubst du denn, dass du nur mit emotionalen Tracks Menschen berühren kannst? Wären sozialkritische Songs nicht auch ein Thema für dich?

Ich behaupte, dass ich ‘ne Menge Sozialkritik drin hab. Zwar "anders", aber eigentlich ist das pure Sozialkritik. Politische Sachen - find ich hingegen - haben in Musik nix verloren. Zumindest in meiner.


Warum empfindest du das so? Bist du selbst apolitisch oder welcher Natur liegt dies zu Grunde?

Ich halte mich soweit ich kann aus politischen Sachen raus, ja und es ist mir auch überhaupt nicht möglich, mich auf irgendeiner politischen Seite zu positionieren, weil ich mit keiner Seite komplett übereinstimme und keine komplett ablehne. Leave the politics to mad men.


Das ist doch mal ein schönes Wort, womit wir auch das Interview beenden können. Vielen Dank für deine Zeit!


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