Predator [m]
Cagri Ürkmez
   

Dabei seit: 13.03.2004
Beiträge: 9.404
Herkunft: Bad Zwischenahn
Fav. Artist: Taktloss, Tech N9ne, Kano, Slug, Canibus, Wiley, Necro
Fav. Crew: Non Phixion, Beatfabrik, ICP, Atmosphere
Fav. Producer: Necro, Madlib, MF Doom, RJD2, El-P, Snowgoons, Ant, Stoupe
Fav. CD: Non Phixion - The Future is Now
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Cover:

Release-Date:
22. Juni 2007
Label:
Entourage Business / Rough Trade
Wertung: (4 Mics von 5)
   
Tracklist:
01. Intro
02. Pornofilmkäse
03. Yo, Kurt!
04. Radiowecker
05. Strassenraep
06. Gangsterberuf
07. Rokin'
08. Hurensohnologie
09. Hast du einen Cut?
10. Stelldichnichtsoan
11. Fresh und unbekannt
12. Pappmensch
13. Viel Stress - (feat. Sylabil Spill)
14. Jetzt schämst du dich
15. Nich so schwuu
16. Rapper wie
17. Der Erste
18. Interlude
19. Outro
Review:
Wenn die Lieblingsrapper langsam aber sicher immer mehr dem Mainstream Ami ähneln, dem letzten Dipset Trend folgen oder auch so viele englishe Begriffe in ihre Texte zwängen, dass man manchmal mit dem Wörterbuch die Musik hören muss, wünscht man sich die alten Zeiten wieder, als alles einfach besser war. Gesagt getan, denn die beiden Protagonisten Kurt Hustle und Hulk Hodn nahmen sich dem Wunsch Vieler entgegen und veröffentlichen mit „Jetzt schämst du dich!“ ein Album, das sich musikalisch locker in die 90er einordnen lässt.
Anfangs mag das Ganze vielleicht ein wenig komisch und altbacken wirken, aber der Sound kann auf Albumlänge definitiv zeigen, dass Kurt Hustle und Hulk Hodn frischen Wind in die deutsche Rapszene bringen. Aufs nötigste wurde hier der Sound reduziert, aber die vorgelegte Mischung aus ironisierten Inhalten, lustigen Punchlines, Boom Bap Beats und genügend Intellekt kann äußerst gut überzeugen. So fängt es direkt nach dem „Intro“ mit dem Opener „Pornofilmkäse“ an, der mit witzigem Battletext schon einmal die Lachmuskeln gut strapaziert. Etwas zügiger geht es bei „Yo, Kurt“ zu, wobei Kurt Hustle dann auch den „Gangsterberuf“ erklären darf und den Dr. der „Hurensohnologie“ mimt. Dass man der Abneigung gegen Gangsterrap aus Deutschland in letzter Zeit in vielen Fällen zustimmen kann, zeigen auch aktuelle Geschehnisse. Glücklicherweise wird man bei Huss & Hodn mit bodenhaften Raps gefüttert, die keine Ghettokontrolle durchlaufen müssen. Damit „Jetzt Schämst Du Dich!“ auch genügend Abwechslung erfährt, werden selbst persönlichere Töne angeschlagen, die zeigen, dass Kurt Hustle kein „Pappmensch“ ist, sondern eine reale Person mit Gefühlen und ohne Imagelimitierung. Selbst mit „Viel Stress“ müssen sich die Jungs rumschlagen und laden derweil auch Sylabil Spill als Gastspitter. Dass der Sound sich wunderbar an die Themen, sowie Kurt Hustles Flavor anpasst, zeigt auch die Fähigkeiten von Produzent Hulk Hodn, der neben bouncigen Nummern, Synthi-Experimenten und gesampleten Hooks auch melancholische Seiten aufspielen kann. Ab und an wirkt das Ganze dann etwas monoton, nicht nur bei den Beats, sondern auch bei Kurt Hustles Flow, aber dies ist der eigentlich einzige Kritikpunkt, der angesprochen werden muss.
Insgesamt ist „Jetzt Schämst Du Dich!“ ein extrem frisches, weil bodenbeständiges und witziges Album. Zwar mag der fast schon Retro-mäßige Sound, der an alte Westberliner Zeiten erinnert, nicht jedem munden, aber jeder, der Hardcore bzw. Oldschool Rap liebt, wird auch Huss & Hodn lieben. Letztendlich liegt ein Album mit homogenem Sound und sehr hohem Unterhaltungsfaktor vor, das sicherlich noch sehr viele Runden in meinem CD-Player drehen wird.
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