 Classified - Boy-Cott-In The Industry
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08.08.2010 17:04 |
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LaRon
HHJ Team
   

Dabei seit: 10.11.2006
Beiträge: 5.993
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Cover:

Release-Date:
08. März 2005
Label:
Halflife Records | URBNET Records
Single:
No Mistakes
Bestellen:
amazon.de
Wertung: (4 Mics von 5)
   
Tracklist:
01. Soundcheck
02. It's Just My Opinion
03. Listen
04. No Mistakes
05. Problemz - (feat. Jay Bizzy, J-Bru, Spesh K & Mic Boyd)
06. High School Behaviour
07. 5th Element
08. Beat Auction Interlude
09. Separate The Music From The Gimmicks
10. The Maritimes
11. Unexplainable Hunger - (feat. Royce Da 5'9'' & Choclair)
12. Do This Our Way
13. F.A.D.S.
14. The Final Time
15. Still Hip Hop Interlude
16. Sibling Rivalry - (feat. Mic Boyd)
17. What's Real
18. Unexplainable Hunger Remix - (feat. Royce Da 5'9'' & Kid Vicous)
Review:
Ein weißer Kerl aus Halifax, der das Ziel des Boykotts der Industrie verfolgt - auf welchen MC könnte diese Aussage besser passen als auf Luke Boyd, den meisten hierzulande wohl nur unter dem Pseudonym Classified ein Begriff. Mit „Boy-Cott-In The Industry“ bringt er nun bereits sein zehntes Album an den Markt, auch diesmal mit freundlicher Unterstützung von Halflife und URBNET Records, welche seine „Fuck Y’all“ Attitüde, die er diesmal über gut eine Stunde Spielzeit auspackt, gutheißen.
Größen wie Choclair oder der Detroiter Royce Da 5‘9‘‘ fanden ihren Weg auf den Longplayer, außerdem fanden sich einige Jungs aus Class‘ Heimatstadt auf „Problemz“ ein, mit Kopfnicker-Beats ausgestattet und Lyrics zwischen Selbstreflektion, gezielt geübter Kritik, Themen, die zum Nachdenken anregen sollen, sowie seinem unerklärbaren Hunger zur Musik, womit letztendlich die Liebe zum Hip Hop zelebriert wird, um das Album gleich zu Beginn in groben Zügen zusammenzufassen. Bereits mit „It’s Just My Opinion“ gibt er, unterstützt von Streichern und Bläsern, die Marschrichtung vor und geht unbeirrt seinen Weg zum Trotz aller Kritiker. Classified symbolisiert die Ehrlichkeit in Person, gesteht auf „No Mistakes“ seine Fehler ein, die er in seiner bisherigen musikalischen Laufbahn begangen hat, mit dem Verweis darauf, andere davor zu bewahren. Die sehr melodische, eingängige Umsetzung verleiht dem ganzen den letzten Feinschliff. Seine MC-Skills setzt er gekonnt in Szene, sei es nun bei „5th Element“ auf einem Instrumental im DJ Premier Style mit Scratches und einem Jurassic 5 Sample, oder bei „Listen“ über einen Gitarren-Loop, es klingt alles in allem fein, souverän und sicher. Unterhaltsame Skits wie eine Beatversteigerung zeugen keinesfalls von Einfallslosigkeit, es wird zudem eine Art Nationalhymne für Nova Scotia geboten („The Maritimes“), die High School Zeit wird aufgearbeitet („High School Behaviour“) und Highlight werden auch gesetzt („Unexplainable Hunger“). Was wünscht man sich also mehr?
Natürlich muss man auch hier die Frage stellen, weshalb ein solch talentierter Künstler bislang von kommerziellen Misserfolgen heimgesucht wurde. Rapper, die noch etwas zu erzählen haben und das ganze zudem ansprechend verpacken, nebenher noch an ein paar Beats schrauben, auf Tour gehen und regelmäßig mit Alben aufwarten, verkommen immer mehr zur Seltenheit. Wie viele trennen noch ihre Musik von den Gimmicks wie Classified („Separate The Music From The Gimmicks“), der auf ein „Abbesses“ Sample von Birdy Nam Nam spuckt und im nächsten Atemzug die Frage stellt: „What’s Real“? Dieser Sparte an MC’s gebührt mehr Aufmerksamkeit, halten sie die Sache doch greifbar nah für den Normalverbraucher, fern von Gewalt, Drogen und Schusswechseln sowie dem harten alltäglichen Leben im Ghetto. Classified verkörpert den MC, der stets bei seinen Wurzeln bleibt, ganz egal ob er das letzte Mal von wunderschönen Pianoklängen und Violinen („The Final Time“) begleitet wird oder ob er ein gelungenes Rollenspiel mit seinem Bruder Mic Boyd vorträgt, indem die Geschwisterliebe inszeniert wird („Sibling Rivalry“). Auch das bereits zuvor angeschnittene „What’s Real“ überzeugt auf ganzer Linie mit Pitch-Sample und softer Drumline, konstruiert eine nachdenkliche Atmosphäre und besticht zusätzlich durch lyrischen Tiefgang. So und nicht anders muss es sein. Dope!
Ist der Boykott nun geglückt? Diese Frage sollte jeder für sich selbst beantworten, als Fazit kann man jedoch folgendes festhalten: Man bekommt nicht übermäßig komplexe Beats angeboten, auch nicht die verzwicktesten Reimschemen und ebenso wenig die ausgereiftesten Metaphern, allerdings bietet Classified alle genannten Punkte dennoch auf einem sehr hohen Level an, kombiniert mit einem Flow, der stets on point spielt, was letztendlich dazu führt, dass „Boy-Cott-In The Industry“ durch die Zusammensetzung und dem Zusammenspiel der eben genannten Komponenten zu einem großartigen Werk aufsteigt.
Anspieltipps:
No Mistakes
5th Element
Unexplainable Hunger - (feat. Royce Da 5'9'' & Choclair)
What's Real
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08.08.2010 17:07 |
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Steve Anorizz [m]
HHJ Team
   

Dabei seit: 07.03.2009
Beiträge: 502
Herkunft: Salzburg
Fav. Artist: Tua, F.R., Weekend
Fav. Crew: Die Orsons
Fav. Producer: Whizz Vienna, Peet
Fav. CD: Stille (Tua)
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Manchmal weiß man schon beim Titel des Albums wer dazu die Review macht.
Kann ich unterschreiben, echt cooles Teil!
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Mein Leben, mein Job,
meine Pflichten, kein Bock,
meine Welt, kein Gott,
mein Blog! |
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