Predator [m]
Cagri Ürkmez
   

Dabei seit: 13.03.2004
Beiträge: 9.405
Herkunft: Bad Zwischenahn
Fav. Artist: Taktloss, Tech N9ne, Kano, Slug, Canibus, Wiley, Necro
Fav. Crew: Non Phixion, Beatfabrik, ICP, Atmosphere
Fav. Producer: Necro, Madlib, MF Doom, RJD2, El-P, Snowgoons, Ant, Stoupe
Fav. CD: Non Phixion - The Future is Now
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Cover:

Release-Date:
8. Februar 2008
Label:
Optik Records
Wertung: (3.5 Mics von 5)
   
Tracklist:
01. Caputalismus - (feat. Moe Mitchell)
02. Da Bin Ich Wieder
03. Gute Zeiten - (feat. Moe Mitchell)
04. Nein Du Willst Nicht - (feat. Amar)
05. Zeit Zum Kapitulieren
06. Cyberfolk - (feat. Kool Savas)
07. Superman
08. Iserlohn
09. Mond Die Sonne - (feat. Altan & Turgay)
10. Ruf Die Polizei
11. Es Ist Hart
12. Wo Auch Immer Du Bist
13. Alles Egal - (feat. Ercandize & Cihan)
14. Worauf Wartest Du?
15. Sechzehn
16. Unsterblich
Review:
Die Fähigkeit Musik zu erschaffen und einen Vibe zu vermitteln, sind Eigenschaften, die man gerne als persönliches Kapital betiteln könnte. Wenn man nun diesen Gedanken mit der Idee, etwas Neues zu erschaffen, verbindet, könnte sich eine neue Ära anbahnen. So oder so ähnlich könnte man den "Caputalismus" erklären, den der Optik Rapper Caput am 8. Februar dieses Jahres ausruft.
Nach etlichen Beiträgen auf diversen Optik Releases, einer eigenen EP und einem eigenen Mixtape, kommt nun das lang ersehnte Album "Caputalismus" in die Läden. Der Iserlohner Rapper, der schon seit knapp 4 Jahren ein Optik Soldier ist, bietet dem Hörer einen Silberling mit 16 Songs, die eine Gesamtlänge von cirka 49 Minuten haben. Produziert wurde die Scheibe größtenteils von Caput selber, aber auch Produzenten aus den eigenen Reihen oder dem näheren Umfeld wie Ercandize, Amar, Melbeatz, Bugi (Gambit Entertainment), Mete Akin, A-Star und Benny Blanco durften an den Reglern schrauben. Die Cuts sind adäquat zu den Themen und dem allgemeinen Vibe der Platte, was durchaus positiv zu werten ist. Ein durchaus gut gelaunter und abwechslungsreicher Caput schwelgt in Erinnerung an die „Guten Zeiten“ als man noch „Sechszehn“ war, huldigt seinem Heimatort „Iserlohn“ und macht in „Mond Die Sonne“ die Nacht zum Tag. Auch wenn man bei Caput direkt an Durchdreh-Tracks denkt, überwiegen auf seinem Debüt Album ernste und persönliche Songs. So werden Schwierigkeiten und allgemeine Negativitäten im Leben („Es ist hart“ & „Alles Egal“ mit Ercandize & Cihan) behandelt und Caput nimmt auch Stellung zur Schnelllebigkeit, sowie Vergänglichkeit des Lebens („Worauf wartest du?“). Aber Caput wäre nicht Caput, wenn man seinen typischen Humor und einige Punchlines nicht zu hören bekommen würde. Gemeinsam mit Moe Mitchell wird der „Caputalismus“ zelebriert, diverse Punchlines werden mit Amar („Nein du willst nicht“) und Kool Savas („Cyberfolk“) gekickt und natürlich wird auch die „Zeit zum Kapitulieren“ von Caput höchstpersönlich abgesegnet.
„Linder den Schmerz mit der härtesten Droge der Welt,
sie nennt sich Bahnübergang - ein Zug und du bist weg“
Zwar überzeugt Caput auf weiten Strecken durch seine technische Weiterentwicklung, aber einige Themen werden nur ausreichend genug umgesetzt. Dass Caput derweil durch einige Höhen und Tiefen geht, während der „Caputalismus“ das Land beherrscht, dürfte dem Hörer nach einigen Durchläufen der Platte auffallen. So konnte Caput in seinem bisherigen Live Programm „Ruf die Polizei“ meist überzeugend performen. Leider geht das Ganze auf dem Silberling nicht so gut auf, wobei Moe Mitchell, der in der Hook wieder einmal störend wirkt, einen großen Teil dazu beiträgt. Selbstverständlich gibt es auch diverse Tupac Anspielungen, aber glücklicherweise geschieht dieser Tribut auf subtile Weise und man bekommt kein Caputaveli oder sonstigen Quatsch aufgetischt.
Abschließend muss gesagt werden, dass der „Caputalismus“ zwar seine guten Seiten aufzeigen kann, aber letztendlich bleibt das Ganze nur etwas Überdurchschnittliches, denn die lyrischen Fähigkeiten Caputs gehen kaum über den Durchschnitt hinaus. Insgesamt vermag er sich durch seine Musik „Unsterblich“ gemacht haben, aber das heißt nicht, dass es automatisch ein Klassiker ist. Viel mehr überzeugt die gute Soundlandschaft und der positive Vibe der Platte, der die ganze Scheibe passend abrundet.
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